piloten-portrait
Die Liste der Erfolge Hanno Prettners ist unvorstellbar lang, die wichtigsten : 7 facher Weltmeister Motorkunstflug F3A 8 facher Sieger des Tournament of Champions (Las Vegas), Europameister, 16 x Staatsmeister und Sieger von mehr als 330 Wettkämpfen im In- und Ausland.

Hanno Prettner

Wie hat's begonnen?
       Hanno Prettner wurde am 8. Juli 1951 (ja ein 50er Jubiläum!) in Klagenfurt geboren. Als Volksschüler sah Hanno Prettner eine Fesselflugveranstaltung und war vom Modellflugsport gefesselt (kommt daher der Ausdruck - Fesselflug??).
       Spaß beiseite, Motormodelle kontrolliert zu fliegen war damals den meisten Leuten nur mit Fesselfliegern möglich, Fernsteuerungen waren technisch nicht sehr ausgereift und teuer. Nun, vom Flugvirus angesteckt, wünschte sich der 8jährige Hanno so ein Flugzeug vom Vater, der willigte auch ein - "wenn Hanno in der Schule lauter Einser hat". Tja, die hatte er: So konnte sich Hanno Prettner über sein erstes Flugmodell freuen: "Kadett" (Graupner), ein Freiflugmodell mit 0,8 ccm Dieselmotor; mit der magischen Eigenschaft, bevorzugt in Bäumen, Büschen oder Bächen zu landen.
       Bald darauf kam die erste Fernsteuerung ins Haus:
Graupner Bellaphon A Einkanal (mit Säureakku, schräg halten bedeutete: Akku rinnt aus!!!!) Fliegender Star mit 50 Lampen für NachtflugshowVater Prettner, Hans, war auch erfolgreicher Pilot, Anfang der 60er Jahre Österreichischer Bundesmeister im Motorkunstflug RC-III, erster Gewinner des Bled-Cups (Slowenien), erster Dolomitenpokalsieger in Lienz, Dauerflugrekord RC Segler (1 Stunde 55 Minuten).
      Damals wurde die erste Piste für Motorflugmodelle in Österreich errichtet; bei der heutigen Südumfahrung von Klagenfurt, hinter dem Stadion. Die Piste ist wohl noch da, aber wegen der baulichen Gegebenheit heute nicht mehr befliegbar. Damals wurde dort jedenfalls fleißig trainiert, und nebenbei noch Gymnasium, Handelsakademie, und HTL- Elektrotechnik von Hanno erfolgreich absolviert. "Schon" nach nur 2 Jahren Kunstflugtraining erreichte Hanno Prettner als Nobody 1971 bei der WM in den USA den vierten Platz.
      1973 in Italien gewann er 5 von 6 Durchgängen, wurde aber dennoch "nur" Dritter, weil er im letzten Durchgang keine Landewertung erhielt. Ab dann kann man für die nächsten Jahre ruhig "Unbesiegbar" sagen.
       Doch was machte seine Überlegenheit aus? Erst einmal das Training. Der Vater war dabei und beurteilte jedes Training aus der Sicht der Punkterichter. Schon Monate vor den Wettkämpfen wurden mehrere Stunden täglich trainiert, auch schon morgens vor der Arbeit. Seine Familie stand hinter ihm, neben dem Vater halfen Mutter und seine Frau Christa mit. Und außerdem war und ist Hanno ein genialer Konstrukteur, mit dem Geschick es auch handwerklich umzusetzen. Vater und Sohn Prettner entwickelten, zeichneten und bauten alle Flugzeuge selbst und konnten dabei immer durch neue Ideen einen Vorsprung zur Konkurrenz herausholen. Die Ideen kamen Hanno ad hoc oft in der Nacht, so auch 1978, als er 2 Motore parallel Erster Sieger des TOC, Las Vegas 1974laufend zu einer Einheit zusammenkoppelte, um so den recht vibrierend laufenden 35ccm Quadra zu ersetzen. Der damalige Motorenlieferant gab w.o., so war Prettner zur Eigenentwicklung gezwungen. 4 Monate dauerte es, bis 2 x 10 ccm Motore (auf Linksläufer umgebaut) eine gemeinsame Welle antrieben, auf der eine handgeschliffene Luftschraube (große Latten gab's damals noch nicht zu kaufen) montiert war, die mit 7000 U/min einen bis dahin noch nicht geahnten Durchzug hatte - Vibrationsfrei!!!
       Eingebaut wurde dieser Antrieb in die Dalotel mit 2,85 m Spannweite und nur 9,95 kg Gesamtgewicht, inklusive Einziehfahrwerk!!! Gigantisch! Auch der Aufwand für die Bewerbe nahm mit der Zeit diese Dimension an. 220 kg Übergepäck beim letzten von Ihm besuchten T.O.C. in Las Vegas! Da zeigt sich lebensnah Hanno Prettners Motto: "Aus nix wird nix!" Prettner gewann in Serie Weltmeisterschaften und T.O.C., und die, obwohl die technischen Zulassungsbedingungen jedes Jahr TOC 1987, Dalotel 285 Power Geardrivegeändert wurden (wollten die Amis unbedingt einen neuen Sieger?). Hanno's größte Enttäuschung war das Startverbot seines Doppeldeckers "Skybolt", der die technische Abnahme bestanden hatte, aber trotzdem ohne Angabe von Gründen, von der Jury nicht zugelassen wurde. Doppeldecker hätten laut damaliger Ausschreibung 10% Punktebonus erhalten, Hanno war der einzige Spitzenpilot mit Doppeldecker, der noch dazu Superflugeigenschaften aufwies. Naja, man kann sich eigene Gedanken über das Startverbot dieses Biplanes machen.
      Aufgrund dieser Vorkommnisse fiel das darauffolgende Tournament aus, und im übernächsten, also 1988, hieß der Sieger ...... Hanno Prettner! Mit genau jenem Modell, dem zuvor keine Starterlaubnis erteilt wurde, mit neuem Bügelfolien-Farbfinish!! Hanno prägte das Kunstflugprogramm wesentlich durch seinen "constant speed style" , dem Flugstil mit aufwärts und abwärts immer gleicher Fluggeschwindigkeit; erstmals vorgeführt 1978. Und da waren noch einige Kunstflugfiguren die mit "unglaublich" passend beschrieben sind, Überschlag, Hanno Schraube und so....
       Doch auch im industriellen Bereich sind Hanno Prettners Ideen revolutionär. Beim Überbrücken eines Tales für das Verlegen einer Hochspannungsleitung flog er mit dem Modell und angehängter dünner Nylonschnur zur anderen Seite, 800m weit. Dort wurde per Funk ausgeklinkt und dann immer festere Schnüre und Stahlseile hin und her gezogen, bis schließlich das Leiterseil von einem Hochspannungsmast zum anderen verlegt werden konnte.
       Heute fliegt er zum Spaß, bei internationalen Schaufliegen (in Japan bis zu 40.000 Zuseher!), und ist engagiert, Schülern und Jugendlichen ein sinnvolles Hobby zu ermöglichen. "Weit weg von Drogen" ist sein Motto. Sein Sohn, ebenfalls Hanno, war auch in Japan als Pilot mit von der Partie und fliegt selbst seine Kampf- und Kunstflieger und konnte den Red Bull Flugcup fürs Klagenfurter Lerchenfeldgymnasium gewinnen. Geflogen wird nicht nur mit den Kunstflugmaschinen, sondern mit allerlei urigen Konstruktionen z.B.: Stern, UFO, Franz Klammer auf Skiern, strampelnder Radfahrer, Galopp-Reitpferd, Geodreieck, fliegender Fisch usw.
       Ich bedanke mich auf diesem Weg für den schönen Nachmittag in Klagenfurt, den Ausflug in den Trophyroom (ca. 30 m² randvoll mit mehr als 350 Pokalen), wünsche nochmals alles Gute zum 50er.
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Mario Testory
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