Dieses Portrait ist gleichzeitig eine Geschichte über die Entstehung des RC-Hubschrauber Sports. Vorerst mal die unverrückbaren trockenen Fakten. Sepp Brennsteiner, geboren am 5.9.1946 in Schwarzach im Pongau , Salzburg. Er ist Kaufmann, verheiratet, 3 Töchter, 1 Sohn, Franz (auch Staatsmeister).
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Nun der Ausflug in die Geschichte:
Vorerst auch mit normalen Modellflugzeugen schon mit dem Modellvirus infisziert hört Sepp von den Modellhubschraubern, ist von Start weg dabei.
1970 schreibt die Firma Simprop einen Wettbewerb in Harsewinkel aus, den ein gewisser Herr Schlüter gewinnt, mit ein paar Sekunden !!! Flugzeit. Er war einer der wenigen, die diese Apparate überhaupt in die Luft brachten und kurz halten konnten, damals noch ohne verstellbare Rotorblätter. Brennsteiner war auch dabei.
Die ersten paar Jahre waren sehr Materialintensiv, "i hab scho glaubt des Zeig fliegt überhaupt nit".
1974 schweben gelernt durch Zuschauen bei der 1. Deutschen Meisterschaft. Langsamer wegfliegen war das Geheimnis, ab dann waren keine Abstürze mehr zu verzeichnen.
1979 wurde die 1. österreichische Staatsmeisterschaft geflogen, ein Speedprogramm ohne Figuren, und der Staatsmeister hieß: Sepp Brennsteiner.- bis 1995 und von 1997 bis 1999 gewann Brennsteiner alle Staatsmeisterschaften, insgesamt 18 mal die 2 Jahre dazwischen war hauseigene Konkurrenz stärker, Sohn Franz wurde 2mal Staatsmeister.
Größter Erfolg war der 3.Platz bei der WM in Bern 1987. Seit dieser WM war kein Europäer mehr auf dem Stockerl bei den folgenden Weltmeisterschaften. Heutige WM Piloten sind Werkspiloten, trainieren den ganzen Tag mit entsprechendem Material im Rücken. Beherrscht wird die Szene von Japanern und Amerikanern. Geflogen werden heute Pflichtfiguren, Schwebefiguren, Punkterichter bewerten.
Auch Brennsteiner konnte sich sehr viel der Hubschrauberfliegerei widmen, alleine im Training für die WM 87 hat er 400l Sprit verflogen! (halber Liter - 20 min. Flugzeit)
Das Material hat sich natürlich enorm weiterentwickelt, Kreisel und unterstützende Computeranlagen tun ihr Übriges. (Trotzdem hätte ich in ca. 10 Sekunden den Brennsteinerhuberer geerdet, danke Lehrer-Schüler Anlage, und danke Sepp für die sehr interessante Lehreinheit im bitterkalten Schneegestöber!!)
Sepp Brennsteiner setzt seine Fähigkeiten auch außerhalb der Wettbewerbszene ein. Für Filmaufnahmen, z.B. Universum "stille Einwanderer" eine Doku über Bienen.
Dabei wurde eine Szene nachgestellt aus der Sicht der Biene, die aus einem Teppich (der gerade am Dachboden ausgerollt wird) fliegt. Detail am Rande: Raumbreite 160, Rotordurchmesser 153!!! Und Tempo war gefragt, weil sonst in der Verqualmung nichts mehr zum Filmen gewesen wäre.
Weiters eine Dokumentation über Bubendorfers berühmtesten Act - in der Lichtensteinklamm: 2m breiter Spalt, Turbulenzen, Wasser von oben und Start nur möglich wenn ein Helfer den Hubi in den Händen hält.
Am Limit, belastungsmäßig, war ein Hubi mit einer 6kg schweren Kamera, mit der Innsbrucker Stadtaufnahmen gemacht wurden. Aufnahmen aus einer Perspektive die sonst nicht umsetzbar wären, ein echter Hubi kann an die Häuser nicht so dicht ran, schon gar nicht in halber Höhe. Die Angst um die sauteure Profikamera war groß.
Ein Projekt mit der Innsbrucker Berufsfeuerwehr, bei dem die Hubschrauber zum schnellen Transport von Rettungsseilen in die Höhe (Hochhäuser) eingesetzt werden sollten wurde erprobt, aber letztlich nicht verwirklicht. (übrigens: wird in Tokio eingesetzt)
Nebenbei betreibt Brennsteiner ein kleines Modellbaugeschäft, in dem's auch "nicht Hubisachen" gibt. Übrigens hab ich noch nie so viele Modellhubschrauber auf einem Fleck gesehen. "ja, ca. 70 flugbereit!"
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| Jahr |
Platzierung |
Veranstaltung/Land |
| 1985 |
12.Platz |
WM, Kanada |
| 1986 |
3.Platz |
EM,Touloose, Fr |
| 1987 |
3.Platz |
WM,Bern, Ch |
| 1987 |
1.Platz |
Europacup, Nizza, Fr |
| 1988 |
2.Platz |
EM, Eibergen, Nl |
| 1988 |
1.Platz |
Europacup, Nizza, Fr |
| 1989 |
1.Platz |
Europacup, Nizza, Fr |
| 1989-1994 |
2.Platz |
EM |
| 1989 |
5.Platz |
WM, Norffolk, Florida, USA |
| 1991 |
8.Platz |
WM, Australien |
| 1995 |
13.Platz |
Kasaoka, Japan |
| 1996 |
3.Platz |
EM, Polen |
| 1997 |
14.Platz |
WM, Ankara, Türkei |
| 1998 |
14.Platz |
EM, Wien, |
| 1999 |
39.Platz |
WM, Warschau, Polen |
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| 1979 - 1995 |
Österr. Staatsm.; Salzbg. Landesm |
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| 1997 - 1999 |
Österr. Staatsm.; Salzbg. Landesm. |
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