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Kleinempfänger- Reichweitentests / Fortsetzung 3

    In den prop-Folgen 2 und 6/2000 wurde die Testanwendung ausführlich beschrieben, so dass neuerlich darüber nur das Notwendigste erwähnt sei. Vorab aber wieder die Feststellung, dass diese Bodenreichweitetests eigentlich die ungünstigste Empfangssituation darstellen, denn bekanntermaßen verbessert sich diese mit zunehmender Höhe. Darüber hinaus wurde ja so getestet, dass schon beim ersten Anzeichen von geringstem Zittern der Servos, dies als Messpunkt herangezogen wurde. Bevor die Servos so richtig zu tanzen beginnen und ein kontrolliertes Steuern dann kaum mehr möglich ist, kann man noch ein ganz schönes Stück Weges zurücklegen.

Hier wieder eine Übersicht über die Testempfänger:
Firma/Type Antennenlänge (m) Gewicht (g) Abmessungen H B L (mm) (cm³)
Simprop Micro-Scan 4 0,85 11 9,2 x 21 x 49,5 9,56
Robbe Rx-4 0,58 10,8 12,9 x 18 x 43,4 10,07
Robbe Rx-6 0,58 12,6 12,9 x 21 x 43,4 11,75
     Bevor wir zu den Messergebnissen kommen, zunächst noch ein paar allgemeine Bemerkungen.
Als hätten die Produzenten die Kritik an den herausstehenden Micro-Quarzen der seinerzeit getesteten Micro-Empfänger in prop gelesen, verschwinden bei den beiden robbe-Empfängern diese Quarze vollständig im durchsichtigen Gehäuse. Sie erhalten so ihren benötigten Schutz und lassen sich übrigens, wie auch die Servostecker, wirklich leicht einstecken und abziehen. (Bei manchen Empfängern ein Geduldspiel oder es ist gar nicht möglich den Quarz ganz einzustecken, weil die Buchsenlöcher am Boden zugelötet sind).

Ein sehr wichtiger Hinweis:
verwenden sie beim Rx-4 und 6 nur original robbe - Microquarze. Tests mit anderen Fabrikaten waren ernüchternd und der finanzielle Mehraufwand lohnt sich wirklich! Auch die Steckfüßchen dieser Quarze scheinen stabiler als jene der bisher getesteten. Der Aufdruck am Gehäuse, dass der Minuspol der Servostecker oben liegen muss, käme auf weißem Untergrund besser zur Geltung. robbe deklariert beide Empfänger in seiner Neuheitenbeschreibung 2001 als Indoor-, Park-, Slowflier und HL-Glider-Empfänger. Wie die Testdaten weiter unten erkennen lassen, wird hier gewaltig tiefgestapelt. Erreicht doch der Rx-6 nahezu die Werte des bisher besten der getesteten Empfänger, nämlich des Graupner DS 24 FM. Für den Tester ist dies ein Empfänger der durchaus auch für höhere Aufgaben geeignet ist. Und die angegebene Reichweite von 300m wird selbst von dem mit einer Filterstufe weniger bestücktem Rx-4 spielend überboten. Beide Empfänger sind mit einer squelch-Stufe ausgestattet. Es entsteht also kein Servo-Auslaufen, schaltet man den Sender zuerst aus. Sehr praktisch ist für kleine Modelle die 58 cm kurze Antenne. Nicht jeder Micro-Empfänger ist auch für BEC-Betrieb geeignet. Auch hier hat sich der Erzeuger angestrengt und auf besondere Störunterdrückung geachtet. Darüber hinaus wirkt eine AGC-Stufe (eine Art Lautstärkeregler) gegen Übersteuerung. Betriebsanleitungen oder Garantiekärtchen sucht man bei robbe - Empfängern vergebens.

     Gespannt war der Tester auf die Funktionstüchtigkeit des Quarzlosen Micro-Scan 4 von SIMPROP. Dem Empfänger liegt eine ausführliche Betriebsanleitung mit Datentabelle bei. Aus ihr ist u.a. zu entnehmen, dass ein hochpräziser PLL-Synthesizer die Frequenz einstellt und sie solange speichert, bis wann immer, einmal eine andere Frequenz benötigt wird. Eine integrierte Leuchtdiode hilft bei der Programmierung mit verschiedenen Blinkfrequenzen, zeigt aber später im Betrieb auch den Ladezustand des Akkus an. Als Leid geprüfter Leser von Betriebsanleitungen, egal ob von Fernsteuersendern oder Videorekordern, liest man diese von vornherein schon sorgfältig durch. Da im vorliegenden Fall der Programmiervorgang zur Einstellung der jeweils benötigten Frequenz sehr ausführlich beschrieben ist, sollte es also hier keine Probleme geben. Denkste! Falls nun der eine oder andere Leser so einen Empfänger auf seinen Senderquarz einzustellen versucht, dann Achtung auf Punkt 2.) der Programmierung: nachdem man vorher den Sender eingeschaltet hat, nimmt man durch einschalten oder anstecken des Akkus den Micro-Scan in Betrieb. Die LED leuchtet kurz auf, stoppt, leuchtet nochmals auf und jetzt ist der Strom innerhalb von 3 sec zu unterbrechen. Es wird nun erneut Strom zugeführt, die LED leuchtet zweimal auf. Jetzt darf man jedoch nicht mehr auf ein erneutes Aufleuchten wie beim ersten Mal warten, sondern muss den Stecker sofort nach dem ersten Aufleuchten (zweimal Blinken) abziehen, sonst kommt man immer wieder in den Anfangsstatus des Programmierens!!! Nur dieser Vorgang ist nunmehr zu wiederholen bis die LED schnell zu blinken beginnt!

     SIMPROP empfiehlt den Empfänger für die gleichen Einsatzbereiche wie oben bei den anderen Testprobanden angegeben und spricht von eingeschränkter Reichweite. Die Testergebnisse fallen hier gegenüber manch anderen Mikro-Empfängern weitaus positiver aus. Um die Störunterdrückung bei BEC-Betrieb zu überprüfen, wurde ein Park-flyer, dessen E-Antrieb wohl sorgfältigst entstört wurde, der aber trotzdem aus irgendwelchen Gründen (Kohlefaserrumpf?) nicht jeden Mikro-Empfänger akzeptiert und schon nach wenigen Metern Kraftflug - selbst mit Schleppantenne - Kapriolen schlägt, mit dem Micro-Scan 4 bestückt. Auch diese Prüfung bestand er bravourös, auch ohne Schleppantenne!

      Unangenehm reagiert der Empfänger auf Übersteuerung durch einen zu nahen Sender. Unmotiviert läuft dann der Motor an. Hier ist Vorsicht geboten!
Zu der schon vorher erwähnten Spannungsanzeige der LED des Empfängers sei noch folgendes zu sagen: es macht wenig Sinn, den Empfänger irgendwo im Rumpf zu verstecken, möchte man über den Ladezustand des Akkus bei Start oder Landung informiert sein. Man sollte also den Empfänger so unterbringen, dass die LED einsehbar ist. 3mal blinken bedeutet, dass der Akku voll geladen ist, 2mal - Akku teilentladen, 1mal - Akku entladen und Dauerleuchten - Akku ganz entladen!
Wieder wurden also zwei Reichweitentests bei jedem Empfänger vorgenommen. Einmal mit zusammengeschobener und dann mit vollausgezogener Originalsenderantenne.

     Hier die Messergebnisse:
Firma/Type Senderantenne eingeschoben Senderantenne ausgezogen
Simprop Micro-Scan 4 30 m 280 m
Robbe Rx-4 85 m 400 m
Robbe Rx-6 100 m 600 m
     Luxus und Vorteil, keinen störanfälligen Quarz mehr zu benötigen, schlägt sich natürlich auf den Preis beim Micro Scan 4 nieder. Der niedrigste war mit öS 895,-angegeben. Bei den robbe-Empfängern ist es wegen beträchtlicher Differenzen im Angebot ratsam, Preisauskünfte einzuholen. Die von robbe empfohlenen Preise sind: öS 590.- bzw. 665,- und der Original Micro-Quarz ist mit öS 189,- angegeben. Der Tester meint, dass alle drei Empfänger den empfohlenen Anwendungen vollauf genügen. Der robbe Rx-6 jedoch verdient als Micro-Empfänger eine Bestnote.
Oskar Czepa
Internet: www.czepa.at
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