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REICHWEITENTESTS
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"Vertrauen ist gut, Kontrolle besser", dachte sich der prop-Tester und überprüfte die Senderakkuausgangsleistung mit verschiedenen Antennen. Vier Empfänger wurden Reich-weitentests unterzogen.
Hand aufs Herz, wer von uns - wenn auch aus ganz unterschiedlichen Gründen - hat nicht schon einmal an der Reichweite seiner Fernsteuerung gezweifelt. Doch von einem Test, der uns die Zweifel an dieser geheimnisvollen Technik raubt, steht nichts in den Be-triebsanleitungen. Genannt wird jedoch meistens die Gleichstromleistung = Nennspannung * Stromaufnahme und die ist kontrollierbar, sagt aber schlußendlich nicht alles über die effekti-ve Sendeleistung aus. Leicht einzusehen ist aber, daß die abweichenden Stromaufnahmen unterschiedlicher Antennen sehr wohl einen Rückschluß auf die jeweils erzielbare Reich-weite zulassen. Da sich Spannung und Strom direkt proportional verhalten, ist beim Absin-ken der ablesbaren Senderakkuspannung irgendwann so wenig Leistung vorhanden, daß der Ofen aus ist. Nicht umsonst steht in den Betriebsanleitungen: bei Erreichen von .... Volt, sofort Landung einleiten!
Für etwaige Sender-Leistungsvergleiche wird von Firmen ein Feldstärkemeßgerät ein-gesetzt. (Ältere Semester werden sich noch erinnern, daß man einst durch Knopfdruck, ne-ben der Akkuspannung, auch noch die augenblickliche HF-Abstrahlung des Senders am An-zeigeinstrument ablesen konnte).
Als Senderversuchsobjekt dieses Berichtes diente der Graupner MC-16/20, FM 35 MHz. Getestet wurde mit eingeschobener und ausgezogener Originalantenne und zwei Wendelantennen. Wie schon vorher erwähnt, ist es dem interessierten Modellflieger nur möglich, die unterschiedliche Akkuausgangsleistung bei den verschiedenen Antennen festzustellen. Man entfernt dazu die Sicherung im Sender und schaltet statt dessen an deren Halterung ein Milliamperemeter dazwischen. Zu beachten ist, daß die Stromaufnahme sehr stark von der Lage bzw. Richtung der Antenne abhängt. Es darf auch keine Berührung der Antenne statt-finden. Um praxisgerechte Werte zu bekommen, sollte man den Sender wie beim Fliegen umhängen. Nach dem Einschalten steigt zunächst die Stromaufnahme kontinuierlich, bis sie sich nach etwa einer halben Minute auf einen konstanten Wert einpendelt.
Überrascht hat bei diesen Messungen eigentlich nur die doch extrem kurze Wendelantenne der Firma Royal Elektronik, Wien 3. Sie erbrachte immerhin mehr als 1,5 Watt Akkuausgangleistung. Da sie firmenseitig auf den jeweiligen zum Einsatz gelangenden Quarz abgestimmt wird, ist u.U. eine Vorbestellung erforderlich.
Sender: Graupner MC-16/20, FM 35 MHz
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| Senderantenne |
Länge |
Senderakku Fab. |
Spannung V |
Strom A |
Akku Ausgang W |
| Originalantenne eingeschoben |
190 mm |
8 NH-3000 CS |
10,7 |
135 mA |
1,44 W |
| Originalantenne ausgezogen |
1470 mm |
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170 mA |
1,82 W |
| Graupner Wendelantenne |
340 mm |
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--- |
148,8 mA |
1,59 W |
| Royal Elektronik Wendelantenne |
210 mm |
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--- |
145 mA |
1,55 W |
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Bei den Reichweitentests für vier verschiedene Empfänger wurde wie folgt vorgegangen. Als Testgelände diente ein abgelegenes, kaum befahrenes Seitentälchen mit einer schnurgeraden fast 1,5 km langen Asphaltstraße. Die Empfängerstromversorgung übernahm ein neuer Sanyo 500 mAh Akku. Am Empfänger wurden die Kanäle 1-3 mit Rudermaschinen belegt. Die Empfangsantenne hing frei herab. Diese Einheit wurde in einer Hand in Brusthöhe so gehalten, daß schon ein beginnendes "Zappeln" der Rudermaschine 1 sofort zu spüren war. (Man spürt es wirklich früher, als man es sieht). Die Empfangsantenne hing frei, senkrecht herab. Die nachstehend angeführten Werte beziehen sich also auf den Beginn dieses Zappelns! Die Funktionalität der Rudermaschinen geht aber weit über die angegeben Entfernungen hinaus! Daher sind diese Werte eher als "Bodensicherheitsreichweite" und nicht als absolute Reichweite anzusehen, bei der dann schließlich die Arbeit der Rudermaschinen versagt!
Wollte man eine Wertigkeit aufstellen, könnte man vereinfacht sagen, daß der teuerste Empfänger am besten abschnitt. Die Empfänger eins und zwei haben keine Rauschunterdrückung und hören sich am Frequenztester FT-95s der Fa. Royal-Elektronik grauslich an. Völlige Stille herrschte dagegen bei den Empfängern drei und vier.
Reichweitentests bei Senderakkuspannung von 10,5 V
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| Empfängerfabrikat |
Original-Senderantenne eingeschoben Reichweite in Metern |
Original-Senderantenne voll ausgezogen Reichweite in Metern |
| Yellow 5 C 50 FM |
19 |
400 |
| Webra Nano S6 FM |
90 |
600 |
| Graupner C 12 FM |
120 |
600 |
| Graupner DS 24 FM |
135 |
600 |
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Reichweitentest bei Senderakkuspannung 10,8 V und Wendelantenne
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| Antenne |
Empfänger |
Reichweite in Metern |
| Graupner Wendelantenne 340 mm |
Graupner C 12 FM |
600m |
| Royal Elektronik 210 mm (abgestimmt) |
Graupner C 12 FM |
400m |
Weiters interessierte noch, ob denn eine im Rumpf entlang Gestängen liegende Empfängerantenne die Reichweite beeinträchtigt. Von den oben genannten Empfängern diente diesem Versuch der Graupner C 12 FM, eingebaut im Rumpf eines kleineren E-Motor-Seglers, mit im Rumpf liegender Antenne. Ihr Ende ragt noch 26 cm frei aus dem Rumpfende. Am Empfänger sind ein Schulze Slim-18be-Regler und zwei Nano-Servos angeschlossen und als Stromversorgung ein Sanyo 4-zelliger 150 mAh Akku. Ergebnis negativ! Reichweite also wie bei frei herabhängender E.-Antenne.
Bei diesem Test trat durch Zufall etwas Interessantes zutage. Wendet man sich mit dem Empfänger vom Sender ab - man verstellt sozusagen das ankommende Sendersignal- tritt bei der Originalantenne ausgezogen und auf den Empfänger gerichtet, ein leichtes Zappeln ein (Entfernung 600m). Wird der Sender um 90° verdreht, so daß die Breitenabstrahlung der Senderantenne wirksam wird, hört dieses leichte zappeln sofort auf. Alten Hasen ist dies bekannt. Sie drehen sich bei Reichweiteproblemen um 90° zur Seite und vergrößern dadurch die Reichweite. Bei der Wendelantenne (Graupner) hingegen, tanzten die Servos bei Abdeckung durch den Körper plötzlich Boogie-Woogie!
Das bedeutet in der Praxis, daß der Empfang bei Flugmodellen die z.B. hinter einem Haus oder sonstigen Hindernissen verschwinden, drastisch herabgesetzt wird. Ferner, daß man sich mit dem Sender nicht hinter Drahtzäunen oder sonstigen Objekten stellen sollte.
Daß BEC (Battery Eliminating Circuit), die Empfängerstromversorgung über den Antriebsakku des E-Motors empfindliche Störungen verursachen kann, wird fast schon in jeder Regler-Betriebsanleitung vermerkt. Ein diesbezüglicher Test stand also auch noch aus. Als Empfänger wurde ein Graupner C 17 FM 35s eingesetzt, an welchem auf Kanal 1 ein Schulze booster-40b Drehzahlsteller und auf Kanal 3 die Höhenruderfunktion angeschlossen sind. Kanal 2 und 5 für gemischte Querruderfunktionen waren nicht in Betrieb. Bei den Bodenreichweitentest konnten keine Entfernungseinbußen festgestellt werden. Störungen im Flug traten bisher nicht auf.
Als Quintessenz dieser Reichweitentests sei angeführt, daß dabei ein reparaturbedürftiger Empfänger entdeckt wurde. Hätte ich diese Tests nicht durchgeführt, wäre ich wohl um ein schönes Modell ärmer geworden. Alterung, aber auch Erschütterungen, sei es durch Transport oder bei Landungen, sind die immer wiederkehrenden Ursachen von Empfängerausfällen. Insbesonders Quarze sind da anfällig.
Daher: sich öfteres einmal der Mühe eines Reichweitentests unterziehen!
Etwas sei aber unbedingt angemerkt: Die hier beschriebenen Messungen und deren Ergebnisse sind auf keinen Fall allgemeingültig und treffen eben nur auf die vom Tester verwendeten Geräte zu! Sie sollen lediglich als Beispiel für allfällige Überprüfungen von Fernsteuergeräten interessierter Leser dienen.
Und noch etwas: Was oft dem Sender oder Empfänger in die Schuhe geschoben wird, bewirkt gar nicht so selten eine mit hinterlistigen Fehlern behaftete Rudermaschine. Diese Tücken sollen gelegentlich in einem anderen Beitrag behandelt werden.
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Oskar Czepa Internet: www.czepa.at |