Georg Kraus | 14.11.2017

E Res geht in die Berge

RES-, E RES-Modelle am Hang fliegen, hat fast jeder schon gemacht, der so ein Modell hat, aber einen Bewerb? Den hat's jetzt in Fiss, im Rahmen des Flying Circus 2017, zum ersten Mal gegeben. Christian Vogel hat sich dafür beim Orga-Team des Flying Circus eingesetzt auch Raum und Zeit für die Basis unseres schönen Hobbys zu schaffen und ich hatte das Know how für den Wettbewerb. Es war auch die Premiere für mein Rahmenzeitkästchen. Mein Sohn Johannes hat in dem Kästchen einen Raspberry Pi, einen Player für das MP3 file und einen kleinen Verstärker untergebracht. Ein alter 3S-2200er Lipo reichte aus um über 2 Lautsprecher die Rahmenzeit für den ganzen Bewerb anzusagen. 2 Tasten, Start und Stop. Fertig! Hat perfekt funktioniert und ist durch den 3S Lipo überall einsetzbar.

Das Reglement von E Res wurde für den Hang angepasst. Danke an dieser Stelle an Manfred Lex, dass die Umsetzung so unkompliziert gelaufen ist. Die 45m Startüberhöhung in max 15 sec haben sich als richtig erwiesen. Auch die Möglichkeit, das Modell wieder sicher aus einem "Saufer" mit Motorkraft zu holen, wurde mehrmals genutzt. Biller Peter, hat es geschafft, schon weit unten im Tal einen Thermikanschluss zu finden und so seine Gruppe überlegen zu gewinnen. Manch anderer hat sich "verzockt" und musste mit Motorkraft wieder zu einem Neustart zurück. Oft blieb dann nur mehr ein kleiner Rest der Rahmenzeit für einen Wertungsflug. Die „Seilflieger" konnten allerdings solche „ Absaufer“ nicht riskieren.

Seilflieger bei E-RES?

Vor allem die Kollegen aus BRD hatten keine Motoren eingebaut und so versuchten wir sie mit 7,5m Gummi und 25m Seil zu integrieren. Bei wenig, oder auch leichtem Rückenwind konnten sie die adäquate Höhe bei den ersten Starts nicht erreichen. Etwas mehr Auszugslänge hat dann zu besseren Höhen verholfen. Der kleine Nachteil bei den Höhen hat sich aber nicht wirklich ausgewirkt, denn das im Schnitt 50-70g leichtere Gewicht der Modelle hat das wieder ausgeglichen. Wir konnten in 3 1/2 Stunden 4 Runden und 1 Fly Off fliegen, ohne dass jetzt groß Stress aufkam. Das Gelände, der Perdatscher Bichl, hat sich hervorragend für den Bewerb geeignet. Eine kleine Geländekuppe, auf der wir gerade mal 2 Bungees und 4 Punkte ausgelegt haben.

Langsam hat sich im Laufe des Vormittags immer bessere Luft aus SO entwickelt, die bald auch die geforderten  6:15 min zugelassen haben. Zuvor brachte vor allem die richtige taktische Entscheidung zu einem Restart den 1000 er. Die Infos der Helfer waren hier gefragt, ob denn im möglichen Flugraum irgendwo bessere Luft sei. Hat man das vermutet, folgten eine schnelle Landung und ein neuer Start, während der Rahmenzeit. 13 Piloten mit 12 verschiedenen Modellen waren dabei und keines war sichtlich benachteiligt! Damit zeigte sich wieder einmal, wie nahe die derzeitigen Konstruktionen leitungsmäßig sind. Entscheidend war wieder der Pilot, der sein Modell gut beherrschen sollte, verbunden mit den richtigen taktischen Entscheidungen.

In's Fly Off schafften es jeweils 2 Seil- und 2 E- Resler.

Der Sieger war dann, ohne einen einzigen Punkt im gesamten Bewerb abzugeben, Robert Scheibelhofer (E) mit seinem Impression. 2. Rafael Schydlo (Seil) mit seinem RES-Boy und 3. Peter Biller (E) mit seiner Elfe1. Der Versuch ist zu 100% gelungen, denke ich. Kein Modell ging verloren, alle kamen viel zum Fliegen und hatten ihren Spaß und ein bisschen Spannung dabei. Vielleicht war das der Startschuss, mit E-RES Hang auch die Berge zu erobern?

Nachtrag: 

Wir machen keine Streicher bei E-Res/E-ResHang, auch wenn wir mehr Runden fliegen als bei Res und anderen Bewerben üblich. Logisch, wir haben die Action mit Seilholen nicht und brauchen nur pro Pilot einen Helfer, dass es klappt. Kleine und auch größere Teilnehmerfelder lassen sich gut handeln indem man einfach die Gruppengröße anpasst. Kein Stress kommt auf zwischen den Runden. Man geht raus, fliegt und hat Spaß. Die nächste Gruppe geht raus, fliegt und hat Spaß, usw.  Entspannt und trotzdem sehr zeitsparend für den Ablauf. Und es erwischt fast jeden einmal, dass er nicht die vollen Punkte einstreicht. Die Zeit ist doppelt bewertet. Wir werten bei den Landungen alles was nicht steckt und anschließend wieder flugbereit ist. Damit verliert die Landung für viele ihren Schrecken.

Vielleicht macht gerade das diese Art der Bewerbe entspannter für alle.

Wir sehen uns auf dem Platz, oder am Hang ...