Modellfluggruppe Pongau (Peter Gottfried, Helmut Kreuzer) | 08.11.2017

Pilotenausbildung als Motivation bei der „Modellfluggruppe Pongau“

Nicht immer, aber sehr oft kommt ein Schüler (9 Jahre) mit seinem Fahrrad und einem Modell im Gepäck zum Flugplatz der MFG Pongau in Radstadt. Zuerst recht schüchtern, aber dann doch immer neugieriger und von der Möglichkeit von einem erfahrenen Piloten unterstützt zu werden ermutigt, überwindet der zukünftige Modellflieger seine Scheue und spricht einen der Anwesenden, der auch eine Styromodell steuert an. Eine gemeinsame Gesprächsbasis ist gefunden und schon nach wenigen Minuten wird für den Neuankömmling ein Lehrer – Schülerbetrieb aufgebaut. Nach den ersten Kreisen und einem Looping wird sein Grinsen immer breiter und er beginnt mit allen Anwesenden zu plaudern, als ob er schon lange Clubmitglied wäre. Überrascht hat uns dann aber seine Aussage, dass er die Piloten mit den großen, teuren Orchideen sehr bewundert, er jedoch hätte sich mit seinem Billigheimer nie getraut, einen solchen Piloten anzusprechen.

Diese Aussage ist für uns sehr bemerkenswert und auch für andere Modellflugclubs zu überdenken.

Außerdem hat die Modellfluggruppe „Pongau“ zwei Events mit Schülern der Hauptschule Radstadt abgehalten und deren im Werkunterricht gebauten Modellflugzeuge eingestellt und den Buben und Mädchen erklärt, warum die Modelle überhaupt fliegen.

Daher hat sich die Modellfluggruppe mit Unterstützung des ÖAEC – Sektion Modellflug eine Fernsteuerung und einen Styro-Motorsegler für den Lehrer-Schüler Betrieb angeschafft, damit die Kids vorerst einmal kostenlos schnuppern können, und die Eltern erst dann, wenn die Flugbegeisterung anhält, ein eigenes Modell finanzieren brauchen.

Diese Begeisterung durch die Jugend ist für uns eine gewaltige Motivation den Verein weiter aktiv zu führen, obwohl es erhebliche, gänzlich unberechtigt Schwierigkeiten mit der Gemeinde und zwei über 700m entfernt wohnenden Anrainern gibt. Uns wird vorgeworfen mit unseren nur elektrisch angetriebenen Modellen einen derartigen Lärm zu produzieren, dass der besagte Anrainer nicht mehr vor sein Haus gehen kann. Sogar der Volksanwalt und das Fernsehen waren wegen uns „Lärmerreger“ nach Radstadt bemüht worden. Den TV Verantwortlichen ist es nicht aufgefallen, dass der Klagende nicht wie er in der TV-Scene behauptet, 300m neben dem Flugplatz wohnt. Auch wurde in dem Spot provokant mit einem Verbrennermodell geflogen, obwohl bei uns seit 2013 ausschließlich elektrisch betriebene Flieger zu Einsatz kommen. Dies „Verbrennerverbot“ ist auch im Schaukasten am Flugplatz nachzulesen und somit für Jedermann ersichtlich. Bemerkenswert ist, dass sich in der Umgebung des Flugplatzes nur zwei bis drei Personen und die Gemeinde Radstadt belästigt fühlt. 

Um die Situation nicht noch mehr aufzubauschen hat sich die Modellfluggruppe „Pongau“ entschlossen, vorerst einmal keine Bewerbe zu veranstalten, obwohl wir in unserer Vergangenheit (LSV St. Johann) dies schon oft beweisen konnten. Als Alternative haben wir einen Zielbewerb mit Seglern nach Regeln des „Eisstockschießens“ mit jeweils nur einem Modell am Platz kreiert. Einmal etwas anderes.