Ing. Wolfgang Semler | 02.10.2017

Nitro Days in Niederöblarn

Der Ursprung des größten österreichischen Jettreffens liegt 25 Jahre zurück im burgenländischen Punitz. Eine Handvoll mutiger Piloten traf sich - eben im Punitz, um einem staunenden Publikum lautstark ihre Modelle vorzuführen. Der Name „Nitro Days“ rührte auch davon, da damals ohne Zumischung von 30-40% Nitromethan im Sprit nichts ging. Peter Cmyral war seinerzeit der Veranstalter und ist auch heute noch in dieser Funktion tätig.

Der ursprüngliche Veranstaltungsort Punitz ist bereits längst Geschichte, doch die Nitro Days leben weiter und werden schon seit einigen Jahren am Großflugplatz Niederöblarn abgehalten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass 62 Piloten aus dem In- und Ausland mit am letzten Septemberwochenende vom 30.09. und 1. Oktober 2017 nach Niederölbern kamen.

Der Platz bietet mit seiner 730 x 30 m Asphaltpiste und infrastrukturellen Einrichtungen wie Hangar, Hotel und Restaurant ideale Voraussetzungen für eine solche Veranstaltung. Bereits am Freitag reiste eine große Anzahl von Piloten an, um noch den einen oder anderen Checkflug zu absolvieren.

Samstag Früh trafen weitere Piloten mit ihren Modellen ein, sodass das sich das Vorfeld recht schnell füllte. Nach dem üblichen Briefing starteten die ersten Jets zu ihren Vorführungen. Da das Treffen recht zwanglos organisiert ist, müssen sich die Piloten im Vorfeld nicht anmelden, sondern reihen sich je nach Laune in die Warteschlange an der Flightline ein. Eine besondere Herausforderung für die Piloten und eine tolle Kulisse bot das sich im Hintergrund befindliche Bergmassiv des Grimming.

Angefangen bei der T33- Shooting Star über den Lockheed Starfighter, Saab Draken, Dassult/Dornier Alpha Jet bis hin zur ultramodernen Pilatus PC-21 reichte die Palette sämtlicher Epochen des Jetsflugs. Ergänzt wurde die Show durch Sportjets und Typen, die über das Versuchsstadium im Original nie hinaus kamen. Egal ob groß oder klein, Kerosinjet oder Elektroimpeller, jeder Pilot konnte sein Modell hier ungezwungen präsentieren. Dadurch ergab sich für den Besucher eine sehr gute Mischung. Das größte Modell hatte Markus Richter mit seiner Boulton P111 im Gepäck. Die Spannweite und Länge beträgt 4.000 mm, das Abfluggewicht liegt bei 76 kg.

Ein tolles Modell präsentierte Otto Wildroither mit seiner Concorde, bei der auf der linken Seite ein Totalausfall der Elektronik und der Turbine auftrat. Trotzdem schaffte Otto eine souveräne Landung und das Publikum merkte nichts von den technischen Schwierigkeiten im Flug. Nicht so viel Glück an diesem Wochenende hatten vier Piloten, die leider aus ver- schiedensten Gründen einen Totalausfall zu beklagen hatten.      

In der aus Lärmschutzgründen verordneten Mittagspause zwischen 13.00 und 14.00 Uhr nutzten viele Piloten und Zuschauer das umfangreiche Gastroangebot des Restaurants und der Stände zur Stärkung. Einige umtriebige Impellerpiloten nahmen die Gelegenheit wahr und flogen mit ihren EDF-Jets, denn sie waren von der Mittagspause ausgenommen.      

Die Nachtflugshow war so wie in den letzten Jahren auch der Höhepunkt des ersten Tages. Das schöne Wetter setzte sich am Sonntag weiter fort, sodass auch der zweite Tag zum Fliegen intensiv genutzt werden konnte.

Die Nitro Days in Niederöblarn waren wieder eine großartige Veranstaltung für die Jetszene in Österreich und ein gelungener Abschluss der Saison.