Wolfgang Pretz | 12.08.2017

aktuelles Thema : Bewerbe


Ich möchte heute das "heiße" Thema Wettbewerbe und deren Durchführung behandeln. Eigentlich ist allen sowieso klar, was dazu an Ingredienzien vorhanden sein muss:

1)  Einige interessierte Modellflieger, die ihr Können vergleichen wollen.

2)  Einige Leute, die die Organisation übernehmen und über einen geeigneten Modellflugplatz verfügen.

3)  Menschen, die trotz oft widriger Witterungseinflüsse die Leistungen der einzelnen beurteilen sollen.

Speziell in der Klasse F4C sind die unter Punkt 1) angeführten Modellflieger sehr schwer zu finden. In Semi-Scale wird es etwas besser, ist aber immer noch bedenklich. Denn wer macht sich heutzutage noch die Mühe, ein Modell unter Einsatz von vielen hundert Baustunden nach einem Plan ganz in Holz (wie empörend!) zu erstellen, um es voller Stolz auf Wettbewerben Menschen zu präsentieren, die dann nichts anderes zu tun haben, als in 15 Minuten so viele Fehler wie möglich zu finden. Heute werden Modelle gekauft, die nicht zu sehr "auf der Börse" liegen, beim Zusammenbau einen Balsastaubhusten und häusliche Probleme mit der angetrauten Gattin ausschließen und in relativ kurzer Zeit fertig zu stellen sind. Wobei - und das ist mir klar - die Klasse F4C sehr hohe Ansprüche an die Bauleistung stellt. Hier ist es schwierig, Leute zu finden, die mit den Herausforderungen zurechtkommen und gewillt sind, diese auch anzunehmen. Die Kombination eines guten, mit Bautalent UND begabten Fingern gesegneten Piloten ist äußerst selten. Aber es lässt sich alles mit Willen und Geduld erlernen. Die Klasse Semi-Scale ist hier schon eher geeignet, Nachwuchs für F4C heranzubilden, da die Voraussetzungen nicht so "streng" sind wie in Scale.

Bei Punkt 2) liegt es an Überzeugungsarbeit, die Mitglieder eines Vereines vom Sinn und der Zweckhaftigkeit eines solchen Vorhabens zu überzeugen. Es sollte ja auch der Verein davon profitieren. Dann sind auch noch in diesem Verein Mitglieder zu finden, die sich bereit erklären, Arbeitsstunden gegen Gottes Lohn zu leisten. Der Platz ist herzurichten, die Infrastruktur aufzubauen, die Auswertung bereitzustellen, für die Küche zu sorgen, Werbung zu machen und vieles mehr.

Nun kommen wir zu Punkt 3), der manches Mal für Ärger sorgt und sehr delikat ist. Menschen zu finden, die sich bereit erklären, Schulungskurse auf eigene Rechnung zu machen und ihre wertvolle Zeit gegen einen geringen Kostenersatz (Fahrtkosten / Quartierkosten / Verpflegung) zur Verfügung zu stellen, ist auch nicht gerade leicht. Sie sollten wenn möglich selbst Modellflieger sein oder die Fliegerei sehr gut kennen. Sie sollen Objektiv und Gerecht sein und dürfen keine Fehler machen, sonst bricht der Volkszorn über sie herein. Sie dürfen bei jedem Wetter auf Ihren bequemen Ledersesseln ausharren (was macht schon etwas Sonne, Wind, Kälte oder etwas Regen über den Tag aus ...) und sollen immer aufmerksam und konzentriert sein. Betrachtet die Aufgabe der Punkterichter mal von dieser Seite und versetzt Euch in ihre Lage. Vielleicht ist das Verständnis für sie doch größer, als so mancher glaubt. Ich kenne keinen Punkterichter, der absichtlich eine schlechte Bewertung geben würde. Das habe auch ich sowohl als aktiver Punkterichter als auch als Pilot in meiner "Lehrzeit" erfahren müssen. Allen Menschen, die mit Leib und Seele an unserem Hobby teilnehmen, egal ob Wettbewerber, Punkterichter oder Funktionär, sei für Ihr Engagement und Ihren Einsatz herzlich gedankt. Unterstützt weiter den sportlichen Gedanken, damit wir GEMEINSAM wieder Erfolge feiern können.

An dieser Stelle möchte ich nicht versäumen, ein herzliches Dankeschön an die vielen Modellfliegerfrauen auszusprechen, die uns immer, oft unter erheblichem Aufwand, mit dem besten aus Küche und Herd versorgen. Das kann gar nicht oft genug und laut gesagt werden! Wir Modellpiloten Danken Euch allen!

Nur mehr ein kurzes, aber nicht unwichtiges Wort zur Teilnahme:

Ich möchte Euch ersuchen, den Vereinen rechtzeitig per Mail, Brief, Fax, auf der Vereinshomepage oder per Telefon mitzuteilen, dass Ihr an eine Teilnahme denkt. In unserer Zeit ist ein Mail ja gleich verschickt. Das erleichtert den Organisatoren im Verein die Durchführung ungemein und bringt eine Übersicht über das, was erwartet wird. Wenn keine Anmeldungen beim Verein eingehen, wird dieser den Bewerb mangels Teilnehmer absagen. Das ist nicht der Sinn der Sache. Außerdem könnt Ihr auf den Vereinshompages die Anmeldeformulare und die Wertungsblätter herunterladen, was Euch viel Arbeit erspart. Falls dort nicht angeboten, findet Ihr auf f4c.prop.at alle Wertungsblätter für Bau- und Flugwertung im Word-Format. Bei Euren Vorbereitungen solltet Ihr daran denken: 3 Bögen für die Baubewertung und 9 Bögen (3x3) für den Flug! Am Computer ausgedruckt, kommt Ihr ohne Stress mit den Vorbereitungen am Platz klar. WICHTIG: vergesst bitte nicht Euren Aeroclub - Ausweis UND die Einzahlungsbestätigung (es genügt der Einzahlungsabschnitt oder einfach der Ausdruck der Onlineanweisung) zu den Bewerben mitzunehmen. Für den Veranstalter ist dies der einzige Nachweis, dass Ihr eine gültige Versicherung habt. Lässt er Euch ohne Nachweis am Bewerb teilnehmen und es stellt sich heraus, dass die Einzahlung z.B. aus welchen Gründen auch immer nicht angekommen ist, so haftet der Verein mit seinem Vermögen für jeden Schaden, der eventuell eintritt. Dass das niemand will, wird einleuchten. Außerdem MUSS der Wettbewerb von der ONF für ungültig erklärt werden. Dass der ganze Aufwand umsonst war, wird niemand ernstlich wollen. Wenn Ihr bis hierher gelesen habt, so besteht die berechtigte Hoffnung, Euch zum Nachdenken angeregt zu haben. Vielleicht sehen wir uns bei einem Wettbewerb. Da könnten wir Fragen oder Unklarheiten in einem persönlichen Gespräch klären.

Bis dahin wünsche ich Euch

 

Holm- und Rippenbruch.
Wolfgang Pretz
Bundesfachreferat F4C, Semi-Scale und Antikflug

PS.: Wenn Ihr mal Zeit erübrigen könnt, besucht unsere Homepage und seht nach, ob es Neuerungen gibt.

 

Internet: f4c-prop.at

E-Mail: bfr_f4@gmx.at