Josef Eferdinger / LFR RC-SL und RC-SF OÖ | 30.07.2017

6. Segelflugmesse Schwabmünchen

Die 6. Segelflugmesse in Schwabmünchen ist Geschichte und sie war wieder das Highlight für die Segelflug- und schleppbegeisterten Modellflieger Europas. Tausende Besucher, vorwiegend aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, besuchten die nunmehr 6. Auflage dieser Spezialmesse, welche wieder auf dem Gelände des LSV Schwabmünchen ausgetragen wurde. Dieser Großflugplatz mit seiner weiträumigen Infrastruktur stellt einen idealen Austragungsort für eine derartige Fachmesse dar. Auf der einen Längsseite des Platzes präsentieren die Aussteller ihre Produkte, zeigen Neuigkeiten des Jahres und bieten Fachinformation. Die andere Längsseite ist den Flugvorführungen vorbehalten. Diese waren in Slots zu je 8 Minuten pro Hersteller/Vorführung limitiert, wobei das Programm straff und ohne Verzögerungen durchgezogen wurde. Die angemieteten Grünflächen für die Parkräume der Messebesucher und Aussteller waren heuer großzügig dimensioniert, wodurch gegenüber dem Vorjahr hier eine deutliche Verbesserung erzielt wurde.

Aus österreichischer Sicht waren heuer Bruckmann Modellbau, das Team Plettenberg des Ikarus Ohlsdorf, More than scale composite und erstmals Zeller Modellbau vertreten. Bruckmann Modellbau mit ihrer beeindruckenden ETA im Maßstab 1:2 (15,5 m Spannweite, 4,82 m Rumpflänge und 39 kg Abflugmasse) nahm heuer den Preis für das schönste Modell der Messe mit nach Villach. Ein verdienter Preis für die Bauleistung von Vater Gerhard und die Flugvorführungen von Sohn Gernot.

Auffallend war, dass der Seglerschlepp zunehmend an Bedeutung verliert, die Mehrzahl der präsentierten Modelle war eigenstartfähig ausgelegt, wobei neben dem klassischen Klapptriebwerk der Nasenantrieb (FES) und der Ausfahrimpeller immer mehr zur Anwendung kommt. Teilweise wurden auch Turbinenantriebe als Aufstiegshilfe verwendet, wobei einige derart überpowert waren, dass man sich des Verdachtes nicht erwehren konnte, dass hier Jets im Seglerkostüm vorgeführt wurden.

Einziger Wermutstropfen, wie auch bereits im Vorjahr erwähnt, bleibt, dass das über 6 Meter spannende, eigenstartfähige Voll-GFK Schalentier mit einem Abflugpreis  > € 10.000.- das Maß der Dinge zu werden scheint. Der aus einem Frässatz erstellte Oldtimer in Rippenbauweise oder der Bausatz mit Styro-/Abachiflächen verliert zunehmend an Bedeutung.

 

Josef Eferdinger
LFR RC-SL und RC-SF OÖ