13.04.2017 | Karl Hofer

F3P – Indoorweltmeisterschaft (Straßburg – Frankreich 19. bis 25. Feb. 2017)

Gold für Gernot Bruckmann, Gold für das Team Österreich!
„Ich kann es nicht glauben, aber ich habe es getan, zum dritten Mal in Folge F3P Weltmeister“, Gernots erste Reaktion auf das unglaubliche Ergebnis in Straßburg.

Denkt man ans Fliegen, schwingt im Hinterkopf ganz automatisch die große Freiheit mit. Im Fall von F3P Indoor ist die fliegerische Freiheit eine ziemlich begrenzte – und mit über den Wolken schon gleich gar nix. Für das österreichische Team mit Gernot Bruckmann, Martin Brandmüller, Erwin Baumgartner und dem Juniorpilot Thomas Hofer war der Fliegerhimmel bei der Indoor Modellflug-Weltmeisterschaft im französischen Straßburg Ende Februar exakt bemessen. Geflogen wurde in einer Dreifach-Halle mit 44 Metern Länge, 24 Metern Breite und 9 Metern Höhe.

Die Flugmodelle sind echte Leichtgewichte, sie bringen gerade einmal ca. 50 Gramm Abfluggewicht auf die Waage und werden mit einem (klarerweise ultraleichten) Elektromotor mit Coaxantrieb (120 mAh Lipos mit 1s oder 2s) angetrieben. 

Es wurden vier Vorrundenflüge geflogen. Danach kämpften die 13 besten Piloten in drei Finaldurchgängen um die Medaillen weiter.  Die internationalen Punkterichter (zwei Gruppen zu je fünf Punkterichtern) bewerteten die Präzision der einzelnen Flugfiguren. Für das rot – weiß – rote Team war die WM in Frankreich sportlich gesehen ein absoluter Höhenflug.

Gernot Bruckmann holte sich zum dritten Mal in Folge Gold in der Einzelwertung und verwies dabei den Finnen Janne Lappi und den litauischen Piloten Donatas Pauzuolis auf die Plätze zwei und drei.

Auf dem leider sehr undankbaren vierten Platz landete mit einer ausgezeichneten Leistung Martin Brandmüller und Rang 12 ging an Erwin Baumgartner. Unser Juniorpilot Thomas Hofer erreichte den achten Rang in der Juniorenwertung.

Gernot Bruckmann legte mit seinem neuerlichen Weltmeistertitel auch den Grundstein für die Teamwertung. Durch die starke Leistung der restlichen Piloten aus Österreich waren sie auch in der Teamwertung nicht zu schlagen und sicherten sich Mannschafts-Gold vor Frankreich und Finnland.    Martin Brandmüller holte sich auch noch Rang drei im Freestyle-Bewerb. Im Wettkampf war natürlich auch im österreichischen Team die Anspannung der WM richtig zu spüren  - volle Konzentration schon vor den Flügen und Spannung pur während der Wertungsflüge. Es ging um viel, es ging um eine Weltmeisterschaft!

Eindrucksvoll war aber auch die angenehme und sehr lockere Stimmung während der ganzen Woche im österreichischen Lager abseits der Wertungsflüge. Hier noch einige Details zu den Vorrunden, den Finalflügen, zur Mannschaftsentscheidung und den Freestyle-Flügen:

Nachdem Samstag alle Teams anreisten, gab es am Sonntag zwei Trainingsflüge, die Modellabnahme und am Abend die feierliche Eröffnungsfeier. Ab der Eröffnungsfeier wurde die gesamte WM immer live über YouTube übertragen. So konnten alle Flüge zu Hause live mitverfolgt werden. Auch am Montag wurden noch zwei Trainingsflüge absolviert, bevor es dann mit den Vorrunden am Dienstag losging.
 
Die vier Vorrundenflüge (Dienstag und Mittwoch):
Gernot dominierte die vier Vorrundenflüge mit drei ersten Plätzen (3 x 1000) und einem zweiten Platz. Er sicherte sich somit bereits in der Vorrunde seinen ersten 1000-er für die weiteren Finalflüge.
Martin startete trotz Startnummer 1 super mit dem fünften Platz in den ersten Durchgang. Er konnte die hervorragende Leistung auch in den Folgeflügen weiter bestätigen: Zweiter Durchgang fünfter Platz, dritter Durchgang vierter Platz und vierter Durchgang wieder fünfter Platz. Insgesamt nach der Vorrunde vierter Rang. Erwin erreichte im ersten Durchgang den 13. Platz, verfehlte die Top-10 Punkte aber nur sehr knapp. In den Folgeflügen konnte sich Erwin weiter steigern. 11. Platz im Durchgang zwei, fünfter Platz in Durchgang drei und achter Platz in Durchgang vier. Nach den Vorrunden ergibt das insgesamt den sehr guten achten Rang. Unser Juniorpilot Thomas Hofer startete im ersten Durchgang mit einem sechsten Platz in der Juniorenwertung. Im zweiten und dritten Durchgang lag er jeweils an der achten Stelle. Im vierten und letzten Vorrundendurchgang schaffte Thomas den tollen vierten Platz. Insgesamt erreichte er den achten Rang in Juniorenwertung. In der Gesamtwertung lag Thomas bei den Einzelflügen zwischen dem 25. und 31. Platz. Die österreichischen Piloten konnten somit mit den Vorrunden sehr zufrieden sein. Gernot, Martin und Erwin schafften es in das Finale der besten 13. Neben Österreich hatte nur Frankreich noch drei Piloten im Finale. Somit wurde auch eine Medaille in der Teamwertung immer realistischer. Aber nur welche? Das würden nun die Finalflüge zeigen. Auch die Finnen waren in der Mannschaftswertung nicht zu unterschätzen.

Die Finalflüge (Donnerstag und Freitag)
Obwohl Janne Lappi meist nur sehr knapp hinter Gernot lag, konnte Gernot wieder in allen drei Finalflügen den 1000er erfliegen. Somit ist Gernot mit dem maximalen Punktestand von 3000 Punkten Weltmeister!!

Martin konnte seine Leistungen aus den Vorrunden weiter bestätigen und landete am Ende, wie bereits eingangs erwähnt, leider auf dem undankbaren vierten Rang.
Erwin erreichte nach den Finalflügen den sehr guten 12. Rang in der Gesamtwertung.
Nach den Finalflügen stand endlich fest, das Team Austria sicherte sich den WM-Titel in der Teamwertung.

Freestyle (Samstag)
Am letzten Tag wurde der Freestylebewerb geflogen. Dieser Bewerb hat auch sehr viele Zuschauer angelockt. Martin Brandmüller konnte mit seiner Kür sehr überzeugen und erreichte den tollen dritten Rang. Erster Rang ging an  Donatas Pauzuolis (Litauen) und der zweite Rang an Marek Plichta (Tschechische Republik). Samstagabend kam dann der große Moment der Siegerehrung. Es ist schon ein bleibendes Erlebnis, wenn gleich zweimal die österreichische Hymne zu hören ist. 
Zum Ausklang fand noch ein gemeinsames WM-Festessen aller Teilnehmer statt, bevor am Sonntag - nach einer Woche - wieder die Heimreise angetreten wurde.