Ing. Roland Dunger, Vizepräsident ÖAeC, Präsident ÖAec-LV/NÖ | Bilder: Manfred Dittmayer

Gründung der EUROPEAN MODEL FLYING UNION (EMFU)

Bereits vor einigen Monaten wurde ein informelles Treffen in Friedrichshafen von vier Aeroclubs (Deutscher Aeroclub), AeCS (Aeroclub der Schweiz), BMFA (British Model Flying Association und ÖAeC (Österreichischer Aeroclub) organisiert, um die Anliegen aller europäischen Modellflieger in den nationalen Aeroclubs und Fachverbänden zu bündeln.

Um diese Erfordernisse umzusetzen, war es unumgänglich, einen europäischen Verband ins Leben zur rufen. Unter dem Namen „EUROPEAN MODEL FLYING UNION (EMFU)“ wurde am 11. Februar 2017 am Sitz des Österreichischen Aeroclubs dieser Verband gegründet. Dieser ist gemeinnützig, unabhängig, offen für alle europäischen Aeroclubs und zentralen Modellflugverbände. Die EMFU ist eine Sektion der Institution EAS (European Air Sports), die auch alle anderen Flugsportarten in regulatorischen Angelegenheiten der Gesetzgebung gegenüber der European Aviation Safety Agency (EASA) vertritt.

Die Gründung der EMFU in Wien haben alle anwesenden Personen aus 11 Nationen einstimmig beschlossen und werden bei der kommenden Generalversammlung als Mitglieder beitreten. Mehrere davon haben bereits ihre Anmeldung abgegeben, einige müssen die Beschlüsse der Gremien noch abwarten. Sehr willkommen war auch ein Vertreter des Deutschen Modellflugverbandes (DMFV), der als Beobachter an den Besprechungen und Beschlüssen teilgenommen hat. Als Vizepräsident und Organisator des Gründungstreffens war es für mich auch wichtig, dass diese Veranstaltung in Wien stattfindet. Die Hauptstadt Wien war immer ein Ort der Neutralität und der Vermittlung. Dies war auch der Grund, dass beide deutschen Verbände „DAeC und DMFV“ zu diesem Treffen eingeladen wurden. Ich hoffe aber, dass diese Verbände einen gemeinsamen Weg finden werden, um sich den EASA-Angelegenheiten zu besinnen.

Gastreferent bei diesem Meeting war David Roberts, Präsident der Europe Air Sports (EAS). Er hat die aktuellen Problembereiche der Drohnenregulierung der EASA sowie  Aufbau, Struktur, Finanzierung und Verbindung zur EASA genau erläutert. Viel Fragen der Anwesenden konnten genau und umfangreich beantwortet werden.

Die EAS ist von der EASA als Konsultationspartner zu Themen der Regulierung aller Sparten der zivilen und allgemeinen Luftfahrt anerkannt und als solcher in verschiedenen EU Gremien vertreten. Die sportlichen Angelegenheiten sind nicht Bestandteil der EAS sondern der FAI.

Der Verband wird nach interner Prüfung der Statuten formell in Wien angemeldet werden und ist dann auch der Sitz der EMFU. Gemäß österreichischem Vereinsgesetz müssen die Vereinsgründer namentlich genannt werden. Diese sind Ing. Roland Dunger (Vizepräsident, ÖAeC), Ing. Bernhard Rögner (Leiter Technik u. Recht, ÖAeC), Frank Tofahrn (Vorsitzender, DAeC) und David Phipps (General Secretary, BMFA).

Die Idee zu Gründung einer internationalen Organisation, die eine Vertretung der Modellflieger gegenüber der EASA sein soll, hatten Frank Tofahrn und Bernhard Rögner ca. Mitte 2016, die dann von mehreren Aeroclubs aufgegriffen wurde. Unter der Leitung des DAeC gab es Ende Oktober 2016 ein freies Zusammenkommen wichtiger nationaler Aeroclubs und Verbände. Dort wurden auch die ersten Maßnahmen und Initiativen bestimmt. Man hat vereinbart, Bruno Delor (Präsident der Sektion Modellflug im französischen Aeroclub) und Dave Phipps (Generalsekretär des englischen Modellflug-Dachverbandes BMFU) als Vertreter der EMFU in den diversen EASA Expertengruppen zu ernennen. Diese Ernennung gilt aber nur bis auf weiteres. Auch die Festlegung der Gründung  und der Aufbau wurden ebenso vereinbart.

Alle am Meeting Beteiligten waren sich einig, dass die Gründung der EMFU sehr wegweisend ist und für die Zukunft ein wichtiger Bestandteil einer Vertretung aller europäischen Modellflieger ist.