Martin B. Atzwanger

TOMCAT von RCRCM / Lindinger

Eigentlich bin ich ein Fan von Holzfliegern. Aber im Winter ist robusteres Material gefragt. Auf der Suche nach einem mittelgroßen motorisiert Segler, bin ich bei Modellbau Lindinger auf den Tomcat von RCRCM aufmerksam geworden. Mit einer Spannweite von 2500 mm und einem prognostizierten Abfluggewicht rd. 2 kg ist er entsprechend Alltagstauglich, durch seine mit Kohle verstärkten GfK-Ausführung stabil genug. Die Steuerung des Modells erfolgt über die Funktionen HL, SL, QR, WlbKl und Motor. Das Modell ist als F-Fertigmodell ausgeführt und die Fertigstellung für den Modellbauer mit Vorkenntnissen einfach.

Hochleistungsmodelle von RCRCM

Seit Herbst bietet Modellbau Lindinger nunmehr 10 ausgewählte Modelle der renommierten chinesischen Firma RCRCM im speziellen Design an. Neben zwei Nurflüglern gibt es Flächenmodell zwischen 1, 5 und 3 m Spannweite in modernster GFK/CFK Kunststoffbauweise. Mit dieser Bauweise sind hohe Flugbelastungen möglich. Speziell Piloten der F3B, F5J und F3F – Klassen werden damit angesprochen.

Der Tomcat

Im Amerikanischen steht für Tomcat für einen Schürzenjäger, im englisch für die männliche Katze: darum also „ der Tomcat“! In gegenständlichen Fall ein modernes Hochleistungsmodell für den geübten Piloten!

Wie derzeit schon Standard, ist das Modell ordentlich verpackt und damit vor etwaigen Transportschäden gesichert. Der erste Einblick gewährt schlanke Tragflächen und einen noch schlankeren Rumpf. Der Flächenverbinder ist aus Kohle, mit Kammern für die Ballastierung. Alles augenscheinlich ordentlich ausgeführt. Das Höhenleitwerk der Tomcat ist als Pendelruder ausgelegt, die Anlenkung vormontiert. Auch die Bowdenzüge sind schon im Rumpf eingeklebt. Das beiliegende Sackerl mit dem Zubehör enthält alles was der "Tomcat" benötigt. Nicht enthalten ist aber eine Anleitung, die ist unter www.lindinger.at, in englischer Sprache zum „Downladen“.

Der Zusammenbau beschränkt sich im Wesentlichen auf das Einkleben aller Ruderhörner, den Einbau der Servos und des Motor. Ich beginne zumeist mit den Flächen. Zum Einsatz kommen 9 oder 10mm Flächenservos mit Metallgetriebe. Die dazu erhältlichen Servorahmen werden in die vorgerauhten Innenseite mit Uhu Endfest eingeklebt. Die Freimachung für die Servoanlenkung ist etwas heikel. Hier zahlt es sich aus, sich einen ruhigen Abend dafür Zeit zu nehmen, um die Durchführungen sauber aufzubohren und die Schlitze für die Ruderhörner auszufräsen. Zuviel Druck und der Bohrer ist durch die feste aber doch dünne Außenhaut! Zum Abschluß werden die Servos probeweise eingebaut, die Anlenkungen montiert und dann die Ruderhörner eingeklebt. Ich mach mir dazu immer eine kleine Schablone, damit alle Anlenkung gleich ausgerichtet sind. Am nächsten Tag ist der Kleber getrocknet und alles kann fix montiert werden. Ein erster Test mit der Fernsteuerung bestätigt, daß die Ruder genügend Platz zu Arbeiten und Ausschlag haben. Ähnliches erfolgt beim Seitenleitwerk.

Nächster Schritt ist der Einbau der Antriebseinheit. Eine erste Schwergewichtsprobe führt zur ernüchternden Erkenntnis, dass vorne konsequenter Leichtbau erforderlich sein wird. Der schlanke Rumpf läßt darüber hinaus nur den Einbau eines Getriebe- oder gekapselten Motors zu. Dies bestätigt auch ein Blick in diverse Inernetforen. Da werden bis zu 100 Gramm Ballast im Heck zitiert. Bei holprigen Landungen ist dait die Gefahr eines Bruches, auch ohne Absturz, wesentlich höher.

Auch wenn es zum Namen passen würde, ein Hotliner wird es keiner! Ich hab mich für einen neuen v2 Motor von AXI entschieden – durch den neuen konusförmigen Vorbau ist er für schmale Rümpfe prädestiniert. Der Akku wandert soweit als möglich nach hinten und steht bei mir am Flügelverbindern an.

Für Sturz und Seitenzug des Antriebs macht der Hersteller keine Angaben. Deshalb entschied ich mich für eine „optische Variante“: Der Motor wird so eingebaut, dass zwischen vorhandener Rumpfspitze und Spinner ein gleichmäßiges Spaltmaß von 1 Millimeter bleibt.

Die Ersteinstellung der Ruderwege und –ausschläge richtet sich nach den bekannten Werten und hat sich, bis auf geringfügige Anpassungen, bewehrt.

Flug

Da der Redaktionsschluss nahte, erfolgte der Erstflug nicht an einem schönen Wintertag, sondern bei wolkenverhangenem Himmel. Aus Sicherheitsgründen mit vorderer Schwerpunktlage wird der Tomcat gestartet. Nicht Speedig aber sicher steigt er auf sichere Flughöhe. Hier erfolgen die obligatorischen Ersttests: Ruderwirkung und Überprüfung des Schwerpunktes.

Im Flug hat uns der Tomcat nicht enttäuscht! Ob kleinräumige Wende oder schneller Rolle, die Figuren können exakt geflogen werden. Die Konstruktion zeigt keine Schwächen und gewährleistet Spurtreue. Tiefe Überflüge erfolgen zur Freude des Publikums mit signifikanten Pfeifen. Die Landung gelingt dank der Wölbklappen und der Butterfly-Stellung punktgenau.

Beim zweiten Flugversuch kamen 20 g Blei ins Heck. Damit liegt das Modell noch besser in der Luft. Bei 3s mit 2200 mAh waren nach dem 7 Aufstieg noch Reserven vorhanden, jedoch empfahlen die Lichtverhältnisse eine Ende.

Fazit

Das ganze Modell ist sehr gut verarbeitet und von der Konstruktion her, sehr stabil. Einziger Nachteil (ein bisschen „Sudern“, aber auf hohem Niveau, ist erlaubt) ist der sehr enge Motorraum. Ein paar Millimeter mehr und konventionelle Außenläufer sind problemlos einsetzbar.

Aber die Flugleistungen entschädigen Alles. Schon fast als allround-tauglich, ist vom langsamen Kreisen bis hin zu allen Figuren inklusive ordentlichem Anstechen alles möglich. Auch mit einer Spannweite von 2500mm ist das Modell sehr wendig und bietet eine hervorragende Performance.

weitere Beiträge