Manfred Herz

1. Heli Workshop am SMC Sieghartskirchen

Am 10. Oktober 2015 war es so weit – in Kooperation mit der im Juni 2015 von Patrick Schwarz gegründeten  Flugschule (www.rotor-service.at) und dem Modellflugplatz des SMC Sieghartskirchen fand am hauseigenen Flugplatz der erste Heli Workshop statt.

Bereits im Mai wurde der Wunsch nach einem derartigen Workshop von einem SMC Mitglied geäußert, welcher daraufhin in der letzten Vorstandssitzung diskutiert wurde. Relativ rasch stand fest, dass sowohl großes Interesse als auch enormer Bedarf für eine derartige Veranstaltung vorhanden ist. Somit wollte man diesem Anliegen auf jeden Fall nachkommen. Der Platz für  den Workshop wurde vom SMC Sieghartskirchen zur Verfügung gestellt und aufgrund seines technischen und fachlichen Know-Hows übernahm Patrick Schwarz die Leitung & Betreuung des Workshops um sein Wissen an die Teilnehmer weiterzugeben. Außerdem vereint Patrick in seiner Flugschule das Thema des Lehrer-Schülerfliegens auf der einen Seite, bietet aber zusätzliche Einstellservices an. Somit konnten beide Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden – Wissenstransfer und Weitergabe der Flugkunst als auch Fine-Tuning bei den Geräten der Teilnehmer.

Durch seine mittlerweile über 10-jährige Erfahrung weißt Patrick in sämtlichen Bereichen dieses Modelsports ein weites Spektrum an Fähigkeiten auf. Alles begann mit der Flächenfliegerei, doch der kleine Elektrosegler wurde bald zu langweilig und es folgten weitere Modelle verschiedenster Art: u.a. Segler, Motormaschinen, Kunstflugmodelle und die Klasse F3K übte Patrick sogar wettbewerbsmäßig aus. Das Interesse und die Liebe zu diesem Sport wurden immer größer und schon bald begann Patrick intensiv mit diversen Firmen zusammenzuarbeiten sowie Prototypen zu testen. Nach ein paar Jahren schienen alle Möglichkeiten der Flächenflieger ausgeschöpft zu sein. Doch wie der Zufall es wollte, kam Patrick durch einen Freund zu den Hubschraubern. Die Zeit vergeht wie im Flug – bereits seit 6 Jahren beschäftigt sich Patrick nun mit der faszinierenden Welt der Modellhubschrauber. Während dieser Zeit kam er mit verschiedensten Hubschraubermarken und elektronischen Komponenten in Berührung, ist für zwei bekannte Modellbaugeschäfte, und sogar für das Robbe Team Align Österreich, geflogen. Ein Jahr lang war er außerdem in einem Modellbaugeschäft direkt angestellt, wo er sein Wissen an den unterschiedlichsten Modellen vertiefen konnte. 

Wetterbedingt musste der erste Termin leider verschoben werden, wobei auch bei dem Ersatztermin die Wetterfee nicht ganz auf unserer Seite stand. Wie dem auch sei, nochmal verschieben konnten und wollten wir es nicht, daher trotzten wir dem Wetter.

Schlussendlich meldeten sich acht begeisterte Mitglieder an, die den Einstieg in die RC Hubschrauberwelt wagen wollten. Jeder Teilnehmer hatte vor Beginn des Workshops bereits Vorkenntnisse im Bereich der Heli-Fliegerei. Da dieses aber teilweise sehr unstrukturiert war und grundlegendes Basiswissen fehlte, bestand der ausdrückliche Wunsch genau dieses Wissen von Grund auf erklärt zu bekommen. Wie ist ein Hubschrauber aufzubauen, worauf ist im Detail zu achten? Welche Flybarless Systeme gibt es, was sind deren Besonderheiten? Was ist beim mechanischen Setup zu beachten? Wie stelle ich eine Taumelscheibe und die Pitchwinkel ein? Woran ist bei der Senderprogrammierung zu denken? Das waren nur einige Fragen die im Workshop beantwortet werden sollten. Natürlich kann bei einem Basis-Workshop nicht auf alle Themen und Besonderheiten der verschiedenen Hersteller eingegangen werden, aber Patrick konnte so ziemlich alle Fragen der Teilnehmer beantworten und festigte so das Basiswissen Aller.

Samstag, 08:00: Patrick steht bereits am Platz, beginnt eifrig mit den Aufbauarbeiten, bereitet Ladegerät, Akkus, Sender und Hubschrauber vor. Es kommt bereits zu den ersten Begutachtungen eines Graupner Senders. Da jeder Pilot unterschiedlichste Systeme im Einsatz hat wurde Patrick im Vorfeld über das Equipment der einzelnen Teilnehmer sowie die zu behandelnden Themen informiert. Bei den meisten stand das eigene Heli Setup im Vordergrund.

Begonnen wurde mit einem Lehrer/Schüler Flug für jeden Teilnehmer, geflogen wurde ein T-Rex 700. Es standen Schülersender in Mode 1-4 sowie Pult und verschiedene Knüppel zur Verfügung - je nach Manöver oder Figuren wurden sieben bis zehn Minuten geflogen.

Der nächste Programmpunkt beschäftigte sich mit Einstellarbeiten. Als Vorführmodell diente ein Compass 6HV Ultimate – das komplette mechanische Setup wurde anhand dieses Beispiels erklärt. Neben den grundlegenden Begriffen und verschiedensten Möglichkeiten kam es auch zur Beantwortung folgender Fragen: Wo beginnt man mit den Einstellungen? Was ist beim Einstellen der Servos zu beachten? Wie richtet man die Gestänge ein, wie bringt man die Taumelscheibe in Neutralposition? Hier stellte sich heraus, dass es nicht gezwungener Maßen eine Taumelscheibenlehre braucht, denn dies kann auch mit dem freien Auge gesehen werden – einzige Ausnahme ist der Pitchwinkel. Diesen gilt es mit einer digitalen Pitchlehre einzustellen. Auch alle anderen Einstellungen am MicroBeast inkl. Rettungsfunktion wurden diskutiert.

Zusätzliche, absolvierte Workshop-Programmpunkte:

  • T-Rex 700 mit dem neuen Vstabi NEO inkl. Rettungsfunktion programmieren
  • Erstflug (inkl. nachstellen diverser Parameter) eines TT E550 mit GT5.1 absolvieren
  • Analyse von Spurlaufproblemen eines 450er´s, Fehler ausfindig machen, Setup feinjustieren
  • Lösen des Heckpendelns eines anderen 450er´s (Ursache: lose Schrauben am Heckrotor)
  • Programmierung und Testflug von zwei  130er und einem  MCPX BL
  • Beheben der Heckprobleme eines 130er´s durch reinigen der Linearservos

Tauchten während des Programms Zwischenfragen auf wurden auch diese prompt beantwortet. Die Teilnehmer konnten viele Tipps und Tricks für die künftige Fliegerei mitnehmen und profitieren noch heute sehr von dem Workshop.

Auch die Kulinarik darf an so einem Tag natürlich nicht zu kurz kommen: So gab es zu Mittag eine ausgiebige Grillerei mit Bratwürstel und Gebäck. Kaffee aus der Thermoskanne eines Teilnehmers sorgte für die notwendige Wärme, die bei dieser Kälte bitter notwendig war.

Aufgrund des plötzlichen Regens am Nachmittag mussten die Aktivitäten kurzerhand ins Vereinshaus verlegt werden. So konnten im Trockenen weitere Hubschrauber begutachtet, zerlegt und eingestellt, sowie Fragen dazu beantwortet werden. Leider mussten sich einige Teilnehmer bereits vor Ende des Workshops am späten Nachmittag verabschieden aber der letzte Teilnehmer half Patrick noch fleißig beim Zusammenpacken. Erschöpft aber zufrieden gingen für diesen Tag um 20:00 die Lichter im Vereinshaus aus.

Zusammengefasst war es ein toller, lehrreicher, informativer und langer Samstag der sowohl den Teilnehmern als auch dem Lehrer große Freude bereitete. Auch ein Folgetermin im nächsten Jahr war bereits im Gespräch, wobei hier dann das Lehrer/Schülerfliegen forciert werden soll um in Kleingruppen die eigenen Flugfähigkeiten noch weiter ausbauen zu können.

Hiermit möchte ich mich noch recht herzlich bei Patrick und Peter bedanken und kann mit bestem Gewissen die Flugschule Rotor-Service uneingeschränkt weiterempfehlen. Ich freue mich schon auf das kommende Jahr.

Bis bald und immer eine handbreit Luft zwischen den Rotorblättern!