Im Exklusivvertrieb von „Modellbau Lindinger“ www.lindinger.at | Text: Alexander Balzer, Fotos: Roman Rothböck

Extreme Flight Extra 91“

Die Modelle der Firma „Extreme Flight“ stehen für höchste Qualität und extremste 3D Agilität. Diese Fakten sind hinlänglich bekannt und wurden in mehreren Testberichten unterstrichen. Dieser Erfahrungsbericht bezieht sich auf mein neuestes EF Modell: EF Extra 91“. Baukastenpreis bei Modellbau Lindinger: € 868,90- Zwei Farbschemen stehen zur Auswahl.

Baukasteninhalt

Der Baukasteninhalt der Extra hat einen hohen Vorfertigungsgrad und wurde besonders sicher verpackt einen Tag nach der Bestellung bei Modellbau Lindinger geliefert. Besonders auffällig ist die große Anzahl an Kohlefaserteilen. Das Hauptfahrwerk, das Heckfahrwerk, das Kohlesteckungsrohr des Flügels + des Höhenleitwerks sind aus CFK passgenau gefertigt. Der filigran wirkende Sperrholz/Balsaholz Rumpf ist mit vier CFK Leisten vom Motordom bis zum Heck durchgehend verstärkt. Auch bei den Flügeln sind jeweils zwei CFK Leisten von der Wurzelrippe bis zur Endrippe durchgehend eingeklebt. Diese CFK Leisten generieren eine unglaubliche Festigkeit bei geringstem Gewicht. Sämtliches Zubehör, wie Tank, GFK Ruderhörner, Schrauben, Beilagscheiben liegen dem Baukasten bei. Die Extra kann ohne zusätzliches Equipment gebaut werden. Die 31 seitige gedruckte beigelegte Bauanleitung ist sehr detailreich bebildert und hilft dem Besitzer in englischer Sprache die Extra zu bauen. Schutztaschen für die Flächen, das Höhenleitwerk und für die Kabinenhaube liegen ebenfalls bei.

Bau

Die Fertigstellungsarbeiten belaufen sich auf das heutzutage übliche Prozedere. Geklebt wurden alle Teile mit 5min Epoxy & Weißleim. Als ersten Schritt wurden die CFK Fahrwerke an die, bereits eingebauten, Einschlagmuttern angeschraubt. Die Bereifung inkl. Fahrwerksverkleidung wird lt Anleitung in kurzer Zeit montiert. Also nächstes wurden sämtliche Ruder mit den beiliegenden Scharnieren anscharniert und die vorbereiteten GFK Ruderhörner mit 5min Epoxy eingeklebt (davor an der Klebestelle aufgeraut). Sämtliche Servoschächte sind fertig vorbereitet und vorgebohrt. Pro Ruder ist ein Servo vorgesehen + das Gasservo. Verbaut habe ich die neuen High Voltage Servos mit Titangetriebe der Marke „Blue Bird“. QR: 2x BMS-35A (35kg Stellkraft), Höhe: 2x BMS-28A (28kg), Seite: 1x BLS-31A (31kg), Gas: 1x BLS-2112. Als Power Unit setzte ich seit Jahren auf die hochwertigen und zuverlässigen Produkte der Firma „Powerbox-Systems“. Die Wahl fiel auf die neue „ Powerbox Gemini II“. www.powerbox-systems.com.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Geringes Gewicht – 33g
  • Ausgangsspannung auf 5,9V oder 7,4V einstellbar
  • Doppelt geregelte Ausgangsspannung
  • Ein/Aus Schalter wahlweise per Magnet oder Sensor Schalter
  • 3 Akkutypen werden unterstütz (Lipo, NimH, LiFe)

Um die größtmöglichen Ruderausschlage auszuschöpfen, habe ich rundum eloxierte Alu Servohebel mit einer Länge von 3,8cm verbaut.

Der nächste Punkt galt dem Motoreneinbau. Vergangenes Jahr wurde, im Zuge des „3W Nikolausmarkts“, die Motorenedelschmiede „3W Modellmotoren“ in Deutschland/Hanau besucht und ausführlich über die aktuellen Antriebe gesprochen. Nach live Tests am Motorenprüfstand war die Wahl sofort klar und der neue 3W 70iB2 competition + Ansaugtrichter + Luftfilter und die 3W Auspuffanlage angeschafft. Eines darf vorab verraten werden: Der Motor ist ein irres Kraftpaket - ein „Hulk“. Der Motorsturz u. Seitenzug ist werksseitig auf der Stirnplatte fertig vermessen. Mit vier Schrauben wurde der Powermotor am Motordom festgeschraubt. Nach typisch amerikanischem Prinzip, ist ein langer Resonanzrohr Schacht werksseitig eingebaut. Ein großer Vorteil, da die Dämpfer/Reso Hitze Abstrahlung niemals in den Rumpf gelangen kann und zugleich die Dämpfer/Reso Halterung in den Schacht eingebaut werden kann. Dazu wird ein 4mm Pappelsperrholz, passend den Schachtkonturen, zugeschnitten und die Durchführungslöcher für die Dämpfer ausgesägt. Durch kleine Nuten, rund um die Aussparungen, kann ein Silikonschlauch jeweils um 90° rund um die Auspuffanlage eingeklebt werden. Der Silikonschlauch hat die Aufgabe die Dämpfer/Resos zu fixieren. Die Motorhaube ist bei Auslieferung fertig montierbar und wird mit 2 Stk. M4 Schrauben am Rumpf festgeschraubt. Als Tank habe ich auf den originalen Tank verzichtet und eine 0,5l Pet Flasche mit Aluminium Verschluss verbaut. Das hat keinen besonderen Grund, aber hat sich in den vergangenen Jahren problemlos bewährt. Als einer der letzten Bauschritte wurde die Powerbox „Gemini II“, der Empfänger, der Zündschalter sowie die dazugehörigen 2S Lipos (Wellpower 2200mAh – Kapazität reicht für ca. 8 Flüge) montiert. Dank des breiten Rumpfes sind die finalen Arbeiten leicht zu bewerkstelligen. Die beigelegten SFG’s (Side Force Generatoren), werden mit jeweils drei Rändelschrauben, in die bereits eingebauten Einschlagmuttern, in den Randbögen, angeschraubt. Ein kleiner O-Ring verhindert, dass sich die Schrauben im Flug lockern – eine tolle Idee.

Der allerletzte Schritt galt der Pilotenpuppe. Der im Baukasten beigelegte Pilot wurde aufgrund der Optik und des Gewichtes gegen einen Eigenbaupiloten ausgewechselt. Ein Flieger dieser Klasse passt nicht zu diesen „Null Acht Fünzehn Piloten Maxerl“. Das beigepackte nachgeahmte Cockpit sowie die angepassten Depronplatten (optische Schließung der Kabinenhaube Richtung Rumpf) passen perfekt an die vorgesehenen Stellen und wurden mit 5 Min Epoxy verklebt.

Flugeigenschaften

Nach drei Wochen Bauzeit fand der Erstflug bei windigen Bedingungen statt. Die Extra ist rasch aufgebaut. Die Flächen werden mit je einer Schraube-, die Höhenruder mit je zwei Schauben- und die SFG’s mit je drei Schrauben fixiert.

Wie von 3W Modellmotoren gewohnt, startete der Motor nach kurzem Choken sofort und lief auffällig ruhig. Eine erste rpm Messung, mit der Mejzlik 24x10, ergab 6600rpm (mit dem Einlauftreibstoff 1:30 mineralischem 3W Öl). Nach nur zehn Litern betrug die Drehzahl bereits 6900rpm und ich wechselte auf das 1:50 Gemisch mit synthetischem 3W Öl. Der Motor zeigt unglaubliche Leistungsreserven, die Laufkultur ist beeindruckend ruhig, bei ca. 50 Flügen gab es noch keinen ungeplanten Motorabsteller. Das Sahnehäubchen ist die sichere Leerlaufdrehzahl von 1100rpm. Qualität „made in Germany“ zahlt sich eben aus: www.3w-modellmotoren.de

Aus Interesse habe ich die Dämpfer durch Resonanzrohre „RE-1“ Prototypen der Firma „MTW“ (www.mtw-daempfer.de) mit verlängerten Krümmern 29cm) ausgetauscht. Was dann geschah ist unglaublich, eine maximale Drehzahl von ca. 7300rpm bei gleichbleibender Laufkultur. Dank der Motoreffizient gelingt eine Flugzeit von ca. 12min.

Die Flugeigenschaften sind in einem Wort als „perfekt“ zusammenzufassen. Die 9,3kg schwere Extra (vollgetankt) ist sehr gutmütig und muss zu Strömungsabrissen gezwungen werden. Trotzdem wird sie bei großen Ruderausschlägen sehr agil und kann durch jede 3D Figur geflogen werden. Dank der CFK Verstärkungen ist die Stabilität auch bei hoher Belastung gegeben. Besonders beeindruckend ist der sofortige Stopp nach Snap rollen, gleichgültig ob aus der horizontalen- oder vertikalen Lage. Ich würde mir ein 3m Modell mit genau denselben Flugeigenschaften wünschen!

Das einzige Manko ist, dass die Extra im Messerflug auf „Tiefe“ fliegt. Dank eines kleinen Mischers von Seite auf Höhe ist das Problem schnell behoben.

Schwerpunkt sowie empfohlene Ruderausschläge und Expo Werte werden hier nicht angegeben, bitte der Anleitung entnehmen. Ich fliege die Extra hecklastig und sehr aggressiv eingestellt.

Conclusio

Dank der kurzen Bauzeit und dem enormen Flugspaß kann ich die Extra empfehlen. Sollte ich den Flieger einmal „ungewollt landen“ werde ich sie mir wieder anschaffen.

Fliegergrüße Alexus (Alexander Balzer)

www.showfly.at

3W 70 competition RPM Test