Bericht des Mannschaftsführers Franz Wutzl

Freiflug-WM 2009 am Silbersee

Dort, wo noch in den sechziger Jahren die deutschen Karl May-Filme gedreht wurden fanden heuer die Weltmeisterschaften in den 3 Freiflugklassen F1A/B/C statt. Bereits die Generalprobe für die WM – der 14 Vilim Kmoch Pokal 2009 wurde auf einem neuen Gelände durchgeführt. Die Dimensionen dieses Flugfeldes waren selbst auf den ersten Blick sehr beeindruckend. Aber gerade in diesem Weltcupbewerb wurde schnell ersichtlich, das die thermischen Verhältnisse am Platz sehr schwierig zu beherrschen waren. Ständig wechselnde Windrichtungen erleichterten die Aufgabe der Piloten auch nicht gerade. 

Bei der Bauprüfung wurde vom Veranstalter erstmals ein Barcode verwendet. Der Code wurde auf jeden abnehmbaren Teil des Modells geklebt und anschließend eingescannt.. Dadurch wurde der Registrierungsprozess wesentlich beschleunigt. Die anschließende Eröffnungszeremonie wurde am Fußballplatz des Ortes durchgeführt. 

Gewarnt von den Problemen beim Weltcup mit den drehenden Winden und der daraus resultierenden Hektik auf dem Flugfeld wurde den startenden Piloten ein Mann aus der Support-Mannschaft (Walter Ehrlich) zur Verfügung gestellt. Dadurch konnten sich die Piloten total auf ihr Modell und den Startvorgang konzentrieren, da alle übrigen Details von Walter perfekt wahrgenommen und entsprechend kommuniziert wurden. Das System funktionierte und alle drei Piloten erledigten ihre Aufgabe hervorragend. 3 Mäxe standen nach der ersten Runde zu Buche. Leider erlitten bereits in der zweiten Runde unsere Hoffnungen auf Mannschafts-Edelmetall einen großen Dämpfer, da Manfred Grüneis keine gute Luft erwischte und zusätzlich noch enge Kreise in dieser flog, sodass sein Modell schlussendlich nach enttäuschenden 101 Sekunden auf dem Boden lag. Davon unberührt absolvierten Rudi Holzleitner und Helmut Fuß konsequent und sicher Ihre Durchgänge mit Maximalzeiten und konnten sich somit für das erste Fly Off qualifizieren. Nachdem Manfred Grüneis noch einmal in der 6 Runde 27 Sekunden verloren hatte landete Österreich schließlich in der Mannschaftswertung auf der 7 Stelle von 39 angetretenen Nationen. 

Leider war auch im ersten Stechen für die beiden verbliebenen Österreicher Endstation, da beiden die geforderten 5 Minuten klar verfehlten. Rudolf Holzleitner wurde 33er mit 169 Sekunden, Helmut Fuß 34er mit 151 Sekunden. 

Den Titel holte sich Sergej Makarov (RUS) der in den beiden Fly-Off’s auf sein neu konstruiertes High-Tech Flappermodell vertraute und als einziger auch im entscheidenden Stechflug die Maximalzeit (420 Sec.) schaffte. Mit deutlichem Respektabstand folgten Yaron Kraus (ISR/371 Sec.) am 2. Platz und Yuri Titov (RUS/360 Sec.) als 3. Die Mannschaftswertung holte sich Russland (3870) vor Israel (3870) und Slovenien (3860). 

An diesem Tag war bereits in der Früh deutlich stärkerer Wind zu verzeichnen als am vorangegangenen F1A-Tag. Zusätzlich pendelten sich die auffrischenden Böen auf die schmale Seite des an und für sich großen Flugfeldes ein. Da die Startstelle in der Mitte des Platzes installiert wurde, verließen an diesem Tag einige Modelle das Gelände. Die umsichtige Jury (mit dem Österreicher Willhelm Kamp als Mitglied), die immer am Flugfeld präsent war, reagierte jedoch zeitgerecht und so wurden die Pausen zwischen den Durchgängen komfortabel verlängert, damit die Rückholmannschaften Zeit genug für die Bergung der Modelle hatten. 

Leider musste Harrald Meusburger schon im ersten Durchgang alle Hoffnungen auf einen Spitzenplatz begraben, weil bei seinem Modell die Differenzsteuerung nach dem Steigflug (weniger Einstellwinkeldifferenz) nicht zur Gänze zurückgestellt wurde, Dadurch flog das Modell wesentlich zu schnell und konnte so die guten Thermischen Verhältnisse nicht nutzen. Dietmar Piber erwischte einen schlechten Startzeitpunkt und musste sich mit mageren 134 Sekunden zufrieden geben, da war es auch kein Trost, das er die restlichen Runden mit sicheren Mäxen absolvieren konnte. Walter Ehrlich hingegen flog im  

ersten Durchgang ein souveränes Max,. Mit 6 weiteren guten Maximalzeiten konnte sich Walter bei seiner ersten WM in dieser Klasse sicher für das Stechen qualifizieren, in dem er aber alles Pech dieser Woche auf einmal für sich verbuchen konnte. 

Der entscheidende Moment im ersten Fly Off: Der fertig aufgezogene Gummi brauchte nur mehr mit dem Motorkopf verbunden werden. Doch ein Stift war noch nicht korrekt eingerastet als Walter die Sicherung herauszog, Der Gummi drehte sich sofort aus der Verankerung und schnalzte in das Modell zurück, in dem er sich mit maximaler Kraft verkeilte. In der darauf folgenden Hektik und entnervt von einem eitrigen Zahn, der Walter schon die ganze Woche zu schaffen gemacht hatte brachte er dann leider kein Modell mehr in die Luft, was aber immer noch für den 12 Rang unter 110 Piloten reichte. Den Titel holte sich völlig überraschend Minoru Nishizawa (JPN mit 328 Sec. im zweiten Fly Off) vor Tomaz Hribar (SLO/326 Sec.) und Charlie Jones (USA/ 279 Sec.) 

In der Mannschaftswertung siegte Deutschland (3910) vor Polen (3890) und Japan (3888). Österreich landete auf Platz 15 (von 40 Nationen). 

Vorweggenommen brachte dieser Tag unseren Piloten Reinhard Truppe und Robert Hegenbart kein Glück. Reinhard „patzte“ gleich beim ersten Wettbewerbsstart indem er das Modell zu stark links abgeworfen hat. In Kombination mit einem schlechten Motorlauf konnte das Modell keine befriedigende Starthöhe erringen und lag bereits nach 149 Sekunden auf dem Boden. Die darauf folgenden Starts gelangen dann besser, aber Reini war bereits aus dem Rennen um die vorderen Plätze. Robert Hegenbart erwischte es ebenfalls im ersten Durchgang mit 155 Sekunden. Damit noch nicht genug zerstörte Robert noch zwei Modelle. Eines bei einem Startcrash mit Totalschaden und eines landete außerhalb des Flugplatzes auf einem Baum (siehe Bild) Letztlich landete Reinhard Truppe auf 54er Stelle und Robert Hegenbart am 68 Platz von 78 Startern. 

Weltmeister wurde Peter Watson (GBR/ mit 418 Sec. im 3. Fly Off, das um 7:00 Morgens am Samstag geflogen wurde.) vor Leonid Fuzeev (RUS/ 408 Sec im 3. Fly-Off). Dritter wurde Igor Andruschenko (UKR/ 393 Sec. im 2. Fly OFF). 

IN der Mannschaftswertung siegte Japan (3901) vor Deutschland (3851) und Polen (3846).