Redaktion Organisation
Hot News Termine Lehrgänge Berichte Ergebnisse Piloten Heiteres

Das Abenteuer Wettbewerb

Ein Erlebnisbericht von Harald Lang.

Warum Wettbewerbspilot werden? Warum sich mit weichen Knien vor Punkterichtern hinstellen und immer dasselbe Programm abspulen?

Sind Fragen, die sich sicherlich einige Modellflieger stellen werden.
Ich selbst bin nun sechzehn Jahre alt, betreibe den Modellflugsport seit etwas mehr als drei Jahren und bin durch meinen Vater zu diesem wunderschönen Hobby gekommen. Fasziniert vom Motormodellkunstflug bin ich seit dem Ansehen eines Videos vom TOC, mich fesselte von Anfang an die Präzision und die schier perfekten Darbietungen dieser absoluten Spitzenpiloten und so kam ich zum Wettbewerbskunstflug.

Mittlerweile habe ich an vier Wettbewerben aktiv teilgenommen und bin nun mehr denn je vom Wettbewerbskunstflug begeistert. Denn das wirklich Tolle für mich war die sofortige und absolut freundliche Aufnahme in die Riege der Wettbewerbspiloten. Eine weitere angenehme Überraschung war die grenzenlose Hilfsbereitschaft unter den Piloten und auch unter den Punkterichtern. Außerdem faszinierte mich, mit welchem Engagement Österreichs Top - Piloten versuchten und versuchen, mir meine Fehler zu erklären und mir wirklich hilfreiche Tipps zu geben um mich verbessern zu können. Für diese Informationen und jene, die ich hoffentlich noch erhalten werde, möchte ich mich hier bedanken. Doch nun zum Wesentlichen, dem Fliegen.

Die schier endlos lange, mit Wingo´s und Teddy´s verbrachte, Winterpause war endlich vorbei und die "Schlachtrösser" konnten wieder ausgepackt werden. Da ab der diesjährigen Wettbewerbsaison der nationalen Klasse RC3 ein völlig neues, meiner Meinung nach wesentlich attraktiveres, Programm geflogen wird, wurde natürlich sofort eifrig trainiert. Doch nach etlichen, mehr oder weniger gelungenen Flügen, einem Trainingslehrgang in Laa an der Thaya, bei dem ich und mein Coach (mein Vater) sehr lehrreiches über die einzelnen Flugfiguren und dem gesamten Programm von den "alten Hasen" erfahren haben, ging es nun daran, das Erlernte auch im Wettbewerb zu realisieren.

Der erste Wettbewerb dieser Saison fand am 22. Juni, ebenfalls in Laa an der Thaya, statt. Da meine Wettbewerbskarriere eigentlich noch in den Kinderschuhen steckt, ging es für mich in erster Linie darum, Erfahrungen zu sammeln und die Frage, ob sich das Training gelohnt hat und ob ich die Trainingsleistungen auch im Wettbewerb zeigen kann, zu beantworten. Einen Tag vor dem Bewerb kamen mein Vater und ich nach dreistündiger Fahrt in Laa an. Erstes Ziel war natürlich nicht das Hotel, sondern die "Arena", der Modellflugplatz des UMBC Laa an der Thaya. Nach der Begrüßung der alten Freunde, man hat sich ja lange nicht mehr gesehen, flog ich noch eine Runde um mich wieder auf den Platz und die landschaftlichen Gegebenheiten einzustellen. Danach war natürlich wieder Smalltalk mit den Kollegen, die ebenfalls schon angereist waren, angesagt. Zu später Stunde wurde dann versucht etwas zu schlafen, um am Tag des Bewerbes nicht all zu müde zu sein. Dann war es endlich so weit, sechzehn Piloten waren am Start, unter ihnen auch einige F3A - Piloten, die Juroren hatten ihre Plätze eingenommen und die Startnummer eins wurde zum Start aufgerufen. Ich hatte die Startnummer neun, hatte also noch etwas Zeit und sah gespannt den anderen zu.

Als ich dann meinen Flug durchführen sollte war ich zugegebener Maßen äußerst nervös. Die Knie schlotterten und wie sollte es anders sein, ich verpatzte meinen Durchgang total. Na ja, kann passieren, beim nächsten Mal einfach besser machen. Die endgültige Wertung wird sowieso aus zwei von drei Durchgängen, wobei die zwei besten gewertet werden, herangezogen, also durfte ich mir von nun an keinen Fehler mehr erlauben, dies trug natürlich nicht zu meiner Beruhigung bei, doch was soll's. Bevor ich wieder dran war, sah ich den anderen Piloten zu und versuchte mich darauf zu konzentrieren, wie ich die Fehler des vorangegangenen Durchgangs vermeiden könnte.

Meinen zweiten Durchgang flog ich dann ruhiger und erhielt somit auch wesentlich höhere Punkte. Nach der Mittagspause wurde dann der letzte und entscheidende dritte Durchgang geflogen.

Da das gesamte Feld sehr dicht gedrängt war fielen erst in diesem die Entscheidungen der endgültigen Platzierungen, einzig die drei Spitzenpiloten der Klasse RC3 konnten sich ein wenig absetzen. Natürlich kam in der überaus entspannten und lockeren Atmosphäre auch die psychologische Kriegsführung nicht zu kurz, selbstverständlich nur des Spaßes wegen. Also rissen sich alle Piloten in der "tropischen Hitze" (bei 36°C) und den darauf zurückzuführenden, für diese Gegend, sehr ruhigen Windverhältnissen noch mal am Riemen und absolvierten ihren letzten Flug. Mir selbst gelang wiederum ein guter Flug und nachdem die von allen Piloten mit Spannung erwartete Auswertung erfolgte, erfuhr ich, dass ich schlussendlich den für mich wirklich guten sechsten Endrang erreicht habe. Das heißt für mich, Ziel erreicht und bringt natürlich neue Motivation für weitere Trainingseinheiten. Nach der Siegerehrung wurde natürlich ausgiebig gefeiert und gefachsimpelt. An dieser Stelle möchte ich mich auch noch mal beim UMBC Laa an der Thaya für den toll organisierten Wettbewerb und die wirklich fantastische kulinarische Versorgung bei allen Mitwirkenden und natürlich auch bei den Punkterichtern, durch die ein Bewerb erst durchführbar wird, bedanken. Und freue mich schon auf den nächsten Wettbewerb.

Harald Lang
zum Seitenanfang zurück