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Erlebnis F3A-WM in Polen

     Was soll man über eine Veranstaltung berichten, die nahezu perfekt organisiert , für den Teilnehmer keine Wünsche offen ließ und den Piloten in den Mittelpunkt stellte? Wenn ich alle Highlights schriftlich rüberbringen würde, könnte ich mit dem Umfang eine ganze Zeitung füllen. Ich will also versuchen, mit einigen Punkten dieses "Erlebnis" zu schildern.

Die WM wurde auf dem Gelände der Fliegerakademie in Deblin ausgetragen. Bei der Anmeldung zu dieser Veranstaltung wurde im Team schon über die hohen Einzellkosten von € 70,- pro Person, für Quartier und Verpflegung, in der "Kaserne", diskutiert. Jeder der einmal beim Bundesheer war würde sagen: Sind die verrückt!!

Andere Quartiere die außerhalb (bis zu 30km) des Geländes lagen, waren nur geringfügig günstiger. Wir entschieden uns für die "Kaserne". Und dies war ein Haupttreffer.

Die Quartiere waren komplett neu adaptiert, und ich behaupte, dass in diesen Zimmern noch nie jemand genächtigt hat. Weiters hatten wir noch den großen Vorteil, dass wir uns jeden Tag die pendlerei (20-30km) zwischen Unterkunft und Fluggelände, auf den sehr desolaten Straßen, ersparten.

Nach unserer 12 stündigen Anreise wurden wir sehr herzlich von einem Organisationsmitglied empfangen, und wir konnten gar nicht so schnell schauen, hatten wir alle Unterlagen, Quartiere und alle Informationen rund um die WM. Unser Team, Danksagmüller Helmut, Filgas Erich, Zeiner Markus (Piloten), Dworak Manfred (Teammanager) Zeiner Franz und meine Wenigkeit (Teamassistent) reisten schon am Dienstag an. Da die WM erst am Samstag begann, konnten wir uns in Ruhe akklimatisieren und uns noch mit einigen Trainingsflügen fit machen. In diesen Tagen sind natürlich auch schon viele Piloten anderer Nationen angereist und beim gemeinsamen Training wurden wieder einige Stories untereinander ausgetauscht. Und was ja noch interessanter war, wir konnten die neuen "Geheimwaffen" (Modelle) der Profis genau unter die Lupe nehmen. Bei dieser Gelegenheit wurden schon die ersten Meinungen über die Doppeldecker und dem einen Elektroflieger, gebildet.

Nun ein großer gedanklicher Sprung zum Samstag zur Eröffnungsfeier. Die fand im Stadion der Akademie statt. Ein toller Einmarsch mit Fahnen, dazu Untermalung mit Musik der Militärkapelle, ein wenig lange Ansprachen der Funktionäre (muss sein), jedoch wurde dies wieder aufgewogen, mit einem fast an den Bäumen streifenden, 60 Jahre alten Doppeldecker, der das Herz jedes Piloten schneller schlagen ließ, eine Fliegerstaffel mit Rauch und und und.......fantastisch! An Sonntag ging's dann los mit den ersten Wertungsflügen. Hier wurde das Vorrundenprogramm P03 geflogen. Jeder Pilot musste dieses Programm, vier Mal vor verschiedenen Punkterichtergruppen und an vier verschiedenen Tagen, fliegen. Die Leistungen unserer drei Piloten würde ich als sehr guten Durchschnitt bezeichnen. Lediglich ein paar Wehrmutstropfen, 0-Wertungen, mussten wir schlucken. Was ich mit 0-Wertung meine? Ca. gegen Mitte der Vorrundendurchgänge vergab ein nicht näher genannter Punkterichter plötzlich bei dem einen oder anderen Snap eine 0 in die Wertung. Diese Vorgangsweise versuchte er unter den anderen Wertungsrichtern zu verbreiten, was ihm auch teilweise gelang. Die 0er wurden bei immer mehr Piloten immer häufiger. Auch der eine oder andere Spitzenpilot durfte sich über 0er "freuen". Man kann sich den Unmut unter den Piloten vorstellen. Dies hatte auch die Auswirkung, dass anscheinend die Anzahl der 0er in den Snaps, unser Mannschaftsergebnis, die nach den vier Vorrundendurchgängen gewertet wurde, deutlich beeinflusst hat. Wir belegten dadurch "nur" den 8.Platz. Aber bei 32 Nationen und nahezu 100 Piloten sollte man auch dieses Ergebnis als Gut bezeichnen.

Da unser Bundesfachreferent und Mannschaftsführer, Manfred Dworak, dem ich an dieser Stelle ein großes Lob für seine hervorragende Teamführung, Teamarbeit und Österreichvertretung aussprechen möchte, mit unserer Leistung nicht ganz zufrieden war, wurde am selben Abend noch eine Krisensitzung einberufen. Bei dieser Besprechung wurde versucht, einige Weichen für die Zukunft zu stellen. Mit dem Nationalgetränk (Wodka) wurde dann die Sitzung "abgerundet".

In den nachfolgenden Semifinalflügen konnten wir uns dann nicht mehr steigern und belegten schlussendlich die Plätze 21 (Markus) 23 (Helmut) und 25 (Erich). Diese Plätze reichten natürlich auch fürs Finale, die Besten 10, nicht. Zur Erklärung für nicht Insider: In dieser Region, Top 10, ist die Luft schon verdammt dünn. Man muss wissen, dass sich hier hauptsächlich Profis (Piloten die Fliegen zum Beruf haben) platzieren. Es haben auch ganz große Namen wie Marco Benincasa oder Sebstiano Silvestri es nicht geschafft, diese magische Grenze zu überschreiten. Aber eines muss ich hier noch als erfahrener Pilot und Punkterichter sagen: unsere Mannen brauchen sich in keinster Weise vor den internationalen Spitzenpiloten verstecken!

Doch nun zu einem, nicht minder interessanten Thema, die Technik. Aufgefallen und mit Spannung erwartet sind die drei Doppeldecker von Chip Hyde, Sebastiano Silvestri und den erst 16 Jährigen Japaner Tetsuo Onda, gewesen. Bei Windstille konnten wir ein sehr gutes Flugverhalten von Hyde´s und Seba´s Maschine beobachten. Wobei ich bemerken muss, dass der Flieger von Hyde (5kg) mit einem 160er Yamada Prototyp Motor, merklich im oberen Fensterbereich an Geschwindigkeit verliert und "weich" wird. Hyde musste mit sehr viel Können die Maschine durchs Programm führen. Seba seine Maschine wirkte in der Luft nicht sehr attraktiv, er erzählte mir aber, dass er die Aerodynamik und das Design noch überarbeiten wird. Diese beiden Modelle disqualifizierten sich mit zunehmender Windstärke, selber. Sie wirkten dann nur mehr sehr ruppig und unruhig. Ganz anders das Modell vom japanischen Junior. Nicht nur, dass dieser Flieger optisch wunderschön ist, er dürfte aerodynamisch perfekt ausgewogen sein, denn er ging auch bei stürmischem Wetter super. Onda überließ aber auch im Finale (Windgeschwindigkeit 7m/s) nichts den Zufall. Er wechselte auf einen sehr zierlich wirkenden Eindecker, den er ebenso perfekt flog wie den Doppeldecker. Dieses profihafte Verhalten ist sicher auch auf den Einfluss seines Helfers zurückzuführen, der kein geringerer war als der frühere Weltmeister Giichi Naruke.

Elektrisch zeigte uns Jason Shulman was heute schon, wenn auch mit extremen technischem und finanziellen Aufwand, machbar ist. Er präsentierte uns einen Raspotin mit einem Hacker C50-Motor mit Getriebe und Lithiumpolymerakkus (37V Spannung). Dieser Motor trieb eine 20´ Luftschraube (nicht klapbar) an. Der Motor wurde in keiner Passage des Programms abgestellt. Jason musste sogar beim abwärts fliegen, Gas geben um nicht zu langsam zu werden. Nach Aussage von Jason, konnte er mit diesem Modell, mit einer Akkuladung, mehrere F3A Programme (23min !!) fliegen. Der Motor hatte so viel Kraft, dass er in keinem Wertungsflug Vollgas geben musste. Ich konnte ihn im Training beobachten, wie er einige Zeit Vollgas flog und die Sau raus ließ. Und ich muss leider gestehen, jeder Verbrennungsmotor sieht da sehr alt aus. Da das Ende meiner Seite naht und ich leider zu einem Abschluss kommen muss, möchte ich noch eines rüberbringen. Unsere österreichische Mannschaft ist über die ganze Zeitdauer der WM, bei allen Funktionären, Punkterichtern, Betreuer und Piloten so positiv in Erinnerung geblieben, dass wir einerseits Österreich gut präsentiert haben und andererseits für die Zukunft die Weichen in die richtige Position gebracht haben.

Für meine Person war diese WM ein großes Erlebnis, das wahrscheinlich in dieser Form nicht zu überbieten ist. Es war für mich eine große Aufgabe ein solches Team zu unterstützen.

Hier finden Sie das offizielle Endergebnis der Weltmeisterschaft: [443 KB]
Mike
(Klamecker Michael)
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